Archiv für Juni 2007

// scheue pferde

In Anbetracht der Zeitknappheit gehen wir auf Nummer sicher: der aktuelle Stand ist, dass diverse Veranstaltungen in der Rostocker KTV, rund um den Naziladen East Coast Corner, stattfinden werden. Die Großdemo der Nazis beginnt nach inoffiziellen Angaben um 13 Uhr am Werftdreieck. – Neuigkeiten findet ihr am schnellsten bei links-lang und/oder Indymedia

Achso… an alle Fusionist_innen: von uns für euch – dieser tolle Flyer. Druckt ihn euch aus, nehmt ihn mit, verteilt ihn und fahrt am Samstag nach Rostock!

Und hier gibts den Flyer auch als PDF-Druckvorlage! Viel Erfolg beim Verteilen!

// 30.6. – umzugshilfe

Wir wollen ja nicht auch noch die Pferde scheu machen… die Rostocker Behörden werden schon sehr gut wissen, wen sie sich mit einer NPD-Demo zusätzlich einladen. Dennoch:

Die NPD und ihre Anhänger rufen im Internet zu einer Großdemonstration am 30. Juni in der Hansestadt Rostock auf.

Auslöser sind der vor kurzem eröffnete Nazi-Laden „East Coast Corner“ (mehr Infos bei Indymedia) und die dadurch provozierten Proteste. Da die Betreiber und ihre Sympathisanten dem Umfang des Widerstands nicht gewachsen sind, suchen sie nun Hilfe. Die üblichen Nazi Kraftmeier sprechen bereits von Bürgerkrieg – auch wenn die Bürger dafür jedes Wochenende neu angefahren werden müssten.

Am 30. Juni gilt es deshalb – unabhängig davon, ob der Naziaufmarsch verboten wird – durch kraftvolles und zahlreiches Auftreten zu zeigen, dass die KTV keine Ruhe haben wird, bis sich Ladenbetreiber de Vries und Klebe (Importnazis aus Hamburg) zurückziehen. Lasst die Rostocker_innen nicht im Stich.

Naziläden dichtmachen! Ab an die Küste!

// most wanted nachtrag

Hier mal eine kleine Übersicht, bisherige Aktionen gegen den Nazi-Rocker-Laden in der Pfaffenstraße betreffend.

Offenbar gab es unmittelbar nachdem die Existenz des Ladens bekannt wurde Gespräche mit der Vermieterin C. Fuhrmann, um sie über ihre neuen Mieter aufzuklären – sie äußerte sich überrascht und empört. Sie wolle die Möglichkeit einer Kündigung des Mietverhältnisses überprüfen, da sie natürlich um ihren Ruf und um den ihres angrenzenden Cafés bemüht ist.

Nachdem sich der eher unscheinbare Laden sich etwas rumgesprochen hatte kam es zu Schäden an den Scheiben des Geschäftes. Die Angst vor Gegner_innen war dann vermutlich auch der Beweggrund für die Betreiber, die Kleidung, die sich im Geschäft befand, am Pfingstwochenende zu evakuieren. In diesem Zeitraum kam es zu Anschlägen auf die Scheiben des AJZ in der Seestraße, die wohl dem Milieu des Most Wanted Ladens zugeordnet werden können. Hier zeigt sich bereits, welche kriminellen Energien hinter der Fassade eines Bekleidungsgeschäftest stecken. Eskalationen dieser Gewalt haben nicht nur in Wismar erschreckende Dimensionen angenommen.

In Folge sah es dennoch so aus, als ob die Bandidos die Segel gestrichen hätten – lange zeit geschah nichts. Doch am 12. Juni, nachdem die Scheiben ausgewechselt und von innen zusätzlich gesichert waren, begannen drei Personen in aller Öffentlichkeit und Ruhe, ihre Aufkleber wieder am Laden anzubringen. Es handelte drei Männer, zwischen 20 und 30 Jahren alt, die eher dem Neonazi- als dem klassischen Biker-Klischee entsprechen. Der Laden ist jetzt wieder mit Ware bestückt und steht unter regelmäßiger Beobachtung.
Wir werden das Etablieren einer organisierten rechten Szene in Neubrandenburg nicht dulden!

zwei nasen an der scheibe

innenansicht

vor der entglasung

// schwarz statt braun

Welch ein Jammer. Da versucht man seit Jahrzehnten konservative Werte und obsoletes Deutschtum als positive Neuerungen zu vermitteln, da macht einem die Jugend wieder einen Strich durch die Rechnung. Dass der adoleszente Imageschaden aber aus den eigenen Reihen kommt dürfte sogar die Landes-Doppelspitze der CDU, namentlich Innenminister Caffier und Landeschef Jürgen Seidel, überrascht haben.

Die Teilnahme des Schweriner CDU-Mitglieds Jens-Holger Schneider an der NPD-Demonstration am 1. Mai wurde schnell aufgedeckt und letztlich auf der SPD nahen Plattform „Endstation Rechts“ bekannt gemacht.
Recht eilig reagierte mensch von oben und drohte mit einem Partei-Ausschlussverfahren, dem besagter Jens-Holger Schneider durch einen Austritt zuvorkam. Doch damit ist es nicht getan… auch der Bruder Schneiders, Jan Paulenz, marschierte eifrig auf der Demo mit und beschimpfe Gegendemonstranten als „Rotes Pack“. Offensichtlich kennt man sich untereinander.

Natürlich wird die CDU „nicht zulassen, dass rechtsextremes Gedankengut bei uns einwandert“, so Landeschef Seidel. Jedoch ist dieses ehrenwerte Vorhaben nur ein weiteres Beispiel, wie gern man sich doch selbst belügt im Kreise der Christdemokraten. Die ideologischen Schnittmengen mit der NPD sind längst, vor allem in der Jungen Union, sehr deutlich. In patriarchischen Gemeinschaften werden bedenkliche Lagerfeuer-Feste veranstaltet, deren Umfeld und Praktiken reif für den Verfassungsschutz sind. Das Auftretten der jungen Konservativen (auch in Neubrandenburg) erinnert eher an den Heimatbund Pommern und die Jungen Nationalen, als an den Nachwuchs einer demokratischen Partei. Der rechte Rand ist weitaus größer als 7,3% und die Strukturen sind weitaus verflochtener, als es offensichtlich ist.
Deshalb ist es mit einem Ausschluss nicht getan – eine kritische Selbstreflexion der immer weiter nach rechts abdriftenden CDU wäre das Mindeste. Mitläufertum war schon immer nur ein Symptom für tiefgreifendere Probleme!

Konservativismus war schon immer der größte Handlanger des Rechtsextremismus. Deutschland ist uncool!

// køpi-demo erfolgreich

kraftvoller Demozug

Nach den widersinnigen Routenänderungen, Auflagen und Verboten, fand am vergangenen Samstag trotz alle dem eine kraftvolle Demo für den Erhalt der Køpi und gegen die staatliche Repression statt.

Die etwa 2000 Demoteilnehmer_innen starteten – mit etwas Verstpätung – am Adenauerplatz in Berlin Charlottenburg. Die Demoroute führte ohne triftige Begründung seitens der Versammlungsbehörde nicht, wie geplant über den Kurfürstendamm, sondern über die parallel verlaufende Lietzenburger. Ganz im Sinne des Demo-Anliegens verlief die Demonstration im Bereich der Touristenzone äußerst friedlich. Erst gegen Ende in der Bülowstraße kam dann doch die erwartete Rache für Rostock – die Berliner Knüppelpolizist_innen zeigten ihr wahres Gesicht und gingen aggressiv und willkürlich gegen Demonstrant_innen vor. Es gab mehrere Ingewahrsamnahmen. Nur durch das beherzte und ruhige Auftreten des Demonstrationszuges konnte der Eskalationsversuch der Polizei eingedämmt werden.

Der Kampf für und um die Køpi wird weitergehen!

Køpi, oda wat?

// nachtrag wismar

Der Vollständigkeit halber nochmal ein kurzer Nachtrag zum Aufruf vom 9.6.2007!

Entgegen der Absage der Naziveranstaltung mit dem bezeichnenden Namen „Grillen gegen Links“ in Wismar, mobilisierten diverse Antifa-Gruppen weiterhin in die Hansestadt, um der militanten Neonaziszene vor Ort erneut einen Dämpfer zu verpassen. Auf der Welle der G8-Paranoia wurde die legal angemeldete Demo kurzfristig verboten und die Wismarer Innenstadt von Hundertschaften der Polizei abgeriegelt. Nachtigall ick hör dir trapsen! Passiert ist nichts… eine Demo wurde hinfällig.

Fazit: Ein weiterer Erfolg der Antifa-Mobilisierung. Ein Rückzieher der Nazis. Und eine weitere Einschränkung der Grundrechte. (sic!)

// naziladen pfaffenstr.

Nun ist es soweit. Auch in Neubrandenburg hat Ende April ein Geschäft eröffnet, das eindeutig dem rechtsextremen Spektrum zuzuordnen ist.
Betreiber des Ladens „Most Wanted“ in der Pfaffenstraße ist der Biker-Club Bandidos. Beim Bandidos MC handelt es sich um eine Gruppe gewaltbereiter Motorradfahrer, die durch ihren Bandenkrieg mit den Hell’s Angels traurige Bekanntheit erlangt hat. Wie unter Bikern nicht unüblich, so sind auch die Strukturen der Bandidos mit der militanten Neonazi-Szene verknüpft.

Offensichtlich wird die Verbindung in Neonazi-Kreise erst auf den zweiten Blick. Die Bandidos vertreiben in ihrem „Geschäft“ das Nazi-Designer-Label „Thor Steinar“. Bei dieser Marke handelt es sich um Kleidung von Nazis für Nazis. Germanisch-heidnische Symboliken und nordische Mythologie weisen teils implizit, teils erschreckend deutlich auf antisemitische, nationalsozialistische Ideologien hin. Dabei ist die Kleidung derartig durchgestylt dass sie nicht immer sofort zu entlarven ist. Nazi-Codes werden dadurch gesellschaftsfähig gemacht und in Schulen, am Arbeitsplatz oder in aller Öffentlichkeit verbreitet

Durch die zentrale Lage und die Nähe zu einem vom Bikerclub Gremium betriebenen Tattoo-Studio, befindet sich nun mitten in der Innenstadt ein Ausgangspunkt rechter Propaganda und Gewalt. Die Rivalität der Biker-Banden zum einen, aber auch der Versuch, rechte Strukturen im bekanntermaßen alternativ geprägten Neubrandenburg zu etablieren stehen im Einklang mit der von NPD und Kameradschaften betriebenen Politik, Neubrandenburgs Jugend für sich zu gewinnen und das Stadtbild zu prägen.

Vermieterin des Objektes ist die Inhaberin der Bäckerei Fuhrmann, Christa Fuhrmann, die mit ihrem Café im Reuterhaus zahlreiche Tourist_innen in den Einzugsbereich des Nazi-Ladens lockt – die Rufschädigung für die Stadt ist verhehrend.

Wir fordern die Vermieterin auf, das Mietverhältnis zu beenden und die Verbreitung von Nazi-Bekleidung in Neubrandenburg einzudämmen.
Wir fordern die Anwohner_innen auf, den Laden kritisch zu beobachten und Freunde, Bekannte, Verwandte über das Geschehen aufzuklären, Straftaten im Zusammenhang mit dem Geschäft zur Anzeige zu bringen und ihren Unmut bei der Stadt zu bekunden.

Zeigen wir deutlich und lautstark unser Interesse an einer friedlichen Innenstadt-Umgebung – ohne Gewalt und Fremdenhass. Nazinetzwerke in Neubrandenburg lahmlegen, Most Wanted schließen!

Für weitere Fragen oder Hinweise sind wir jederzeit offen und dankbar.

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altes und neues Thor Steinar Logo

Das alte, verbotene Logo der Nazi-Marke Thor Steinar zeigt eine „Sig“-Rune oder „Wolfsangel“ in Kombination mit der „Tyr“-Rune (links). Alles Symbole der SS und SA zu Zeiten des Nationalsozialismus. Rechts das neue Logo, die Gebo-Rune (Bedeutung: Gabe).

[w] weitere Infos über Thor Steinar gibt es hier