// neue qualität

Wie in den den Pressemitteilungen der Rostocker Antifa Gruppe A3 und des Opferberatungsvereins Lobbi e.V. schon zu lesen ist, wurde der Protest von Rostocker Bürger_innen und einem breiten Antifa-Bündnis – gegen eine NPD-Demonstration und den Nazi-Laden East Coast Corner – von einem abscheulichen Gewaltausbruch der Neonazis am Vormittag überschattet.
Der Vorfall geschah im Bahnhof Pölchow, wenige Kilometer vor Rostock:

Sie drangen aus ihren Abteilen und von draußen zu den Antifaschist/innen vor, schlugen und traten auf sie ein. Scheiben wurden zerschlagen und einzelne Personen auf den Bahnsteig gezerrt, wo mit Zaunlatten auf sie eingeprügelt wurde. Während einige der Opfer fliehen konnten und nur Prellungen sowie Schürf- und Schnittwunden erlitten, mußten andere mit schweren Verletzungen später im Rostocker Krankenhaus behandelt werden.

Der Angriff fand unter Abwesenheit der Polizei statt, die normalerweise den gesamten Zugverkehr aus und in ein Demogebiet, eskortiert. Ein derartiger Vorfall wurde demnach bewusst in Kauf genommen. Auch nach Eintreffen einiger Polizist_innen passierte den Tätern und ihren Anhängern (unter ihnen drei der NPD-Landtagsabgeordneten) nichts; stattdessen verspottete die Polizei die Opfer und führte mit ihnen erkennungsdienstliche Maßnahmen durch. Der Zug fuhr mit unbehelligten Angreifern und verstörten Opfern weiter nach Rostock.

In der KTV selbst blieb es weitgehend ruhig, was unter anderem an den vergleichsweise geringen Mobilisierungen der Nazis und dem schlechten Wetter liegen dürfte. Vollzählig war lediglich die Polizei, die sich mit 2000 Mann 180 sogenannten Nationalisten und 600 Gegnern stellen musste. Unter den Gegendemonstranten befanden sich etwa 350 Antifaschist_innen, die engagiert, lautstark und friedlich protestierten.

Doch auch die deutliche Überzahl und die Mobilisierungschlappe der Faschisten können nicht darüber hinwegtäuschen, dass am gestrigen Tage wieder einmal deutlich wurde, welche unfassbare Gewalt von rechts ausgeht und gedultet wird. Durch die präventiv repressiven Maßnahmen der Polizei gegenüber vermeintlichen Gegendemonstranten, auch im Vorfeld dieser Demonstration, soll der antifaschistische Widerstand im Keim erstickt und kollektiv verschwiegen werden. In seinem antikommunistischen Wahn ist diesem Staat egal, wer sich ihn zum Partner macht. Diese stille Kooperation mit den Faschisten kann nur durch weitere und breitere Proteste aufgebrochen werden. Die Opfer dürfen keine Einschüchterung sein, sondern verpflichten zu einer Fortsetzung der Aufklärung und der Proteste.

Auch wir erklären unsere Solidarität mit den Opfern der Angriffe und fordern Zeugen auf, Protokolle des Geschehens anzufertigen und an die Antifa Gruppe A3 weiterzuleiten.

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[w³] Pressemitteilung der Rostocker Antifa Gruppe A3

[w³] Pressemitteilung der Opferberatungsstelle Lobbi e.V.

[w³] Ein sehr viel besserer Bericht bei Indymedia


9 Antworten auf „// neue qualität“


  1. 1 bud spencer 01. Juli 2007 um 17:13 Uhr

    bleibt dochmal bei der wahrheit?

  2. 2 KiB 01. Juli 2007 um 18:04 Uhr

    Diese friedliche Bürgerkundgebung hat sich nicht ein einziges mal um uns gekümmert!

    Wir saßen im Kessel … und anstatt uns zur Seite zu stehen, bleiben sie weiterhin unten am Margareten-Platz!

    Von vornerein haben sie uns abgelehnt. Sie wollen – wie es ein Antifaschistin so schön sagte – die nazis wohl mit Blumen bewerfen und damit zur Aufgabe zwingen.

    Da kennt man echt bessere Solidarität (erinnert sei an G8-Rostock)!

    KiB

  3. 3 Administrator 01. Juli 2007 um 20:35 Uhr

    bud, es handelt sich um eine Zusammenfassung aus Augenzeugenberichten und offiziellen Mitteilungen. Die „Wahrheit“ liegt irgendwo da draußen. Wir können nur berichten, was wir gesehen und gehört haben.

    KiB, das alte Lied vom Bürgerprotest… durch die Medienhetze und die mangelhafte Aufgeklärtheit der Leute wird sich das so schnell nicht ändern – es bedarf wohl viel viel mehr als „nur“ Demonstrationen, dennoch muss der Protest in Rostock weitergehen und wir werden ihn weiter unterstützen.

  4. 4 KiB 02. Juli 2007 um 0:50 Uhr

    @ Admin
    leider wahr … aber das wird sich hoffentlich durch eine verstärkte Präsenz ändern. Vllt. auch schon am 07.07.07, denn die Nazis wollen ihre „Frontstadt“ nicht aufgeben. Ferner spielt ihre „Presse“ ja uns auch nur noch mehr Potential zu.

    Irgendwann wir Enstadion Rechts merken, dass die Antifaschistische Bewegung, er einige Weg ist, dieses Gesocks zu bekämpfen ;)

    Es lebe der antifaschstische Kampf weltweit. Borders aren‘t between countiers, they are between rich and poor!

  5. 5 !?!? 03. Juli 2007 um 2:48 Uhr

    mal abgesehen von den nazis und das sie anscheinend nicht viel erreicht haben, fand ich die repressionen seitens des Staates wieder einmal sehr erschreckend! sei es zu einem diese zug-aktion, zu der es niemals hätte kommen dürfen, da ja die bullen immer an ort und stelle sein müssen, sei es aber auch die direkte repressionen gegen die gegendemonstranten. so wurden schon einige am stadteíngang in gewahrsam genommen oder haben platzverweise erteilt bekommen, wegen angeblichen vermummungsmaterialien (ein beispiel: schal, schwarzer kapuzen-pullover, fahrradanschuhe). auch wurden leute festgenommen, die nicht ein mal zur demo wollten und sich in ganz andere viertel zur zeit ihr festnahme aufgehalten haben.
    an aller schlimmsten sind meiner meinung nach jedoch immernoch die medien, die diese zug-aktion als einen „linken übergriff“ auf die rechten bezeichnet haben oder es tun! das ist wieder ein beweis für die regelrehcte hetze gegen das linke spektrum!

  1. 1 // 8.5. - Спасибо | aonb Pingback am 09. Mai 2008 um 15:22 Uhr
  2. 2 Спасибо | aonb Pingback am 09. Mai 2008 um 15:28 Uhr
  3. 3 // aktuelle infos | aonb Pingback am 17. Mai 2008 um 15:45 Uhr
  4. 4 07.06.08 - NB - “Nazis mal tüchtig ins Gesicht fassen!” // aktuelle infos Pingback am 19. Mai 2008 um 13:39 Uhr
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