// patrioten getroffen

„Rechte Strukturen aufbrechen! Gemeinsam Alternativen schaffen!“

Unter diesem Motto demonstrierten am vergangenen Samstag rund 60 Menschen aus dem linken Spektrum in der Touristenstadt Waren (Müritz). Anlass der Demo war der seit 1999 direkt in der Innenstadt bestehende Naziladen „Zutt’s Patriotentreff“ (inklusive Deppenapostroph). Die Inhaberin Doris Zutt ist auch bekannt als stellvertretende NPD – Bundesvorsitzende.
Organisiert wurde die Demonstration von den Teilnehmer_innen des politischen Camps [Ajuca] .
Um ca. 14 Uhr begann sich der Protestzug – trotz der relativ geringen Anzahl – kraftvoll, bunt und lautstark vom Bahnhof in Richtung Altstadt zu bewegen. Dank des guten Wetters war die Innenstadt mit Bürger_innen prall gefüllt, wodurch die Forderungen der Demonstrantinnen und Demonstranten für mensch gut zu hören und zu sehen waren. Auf dem Markt der Stadt kam es dann zu einer Zwischenkundgebung, bei der Nazilifestyle/-läden und ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft thematisiert wurden. Im Folgenden ging es weiter zur Endkundgebung, die einen Redebeitrag über die Wichtigkeit von linken Freiräumen bereit hielt und über die Probleme der AJZ in Mecklenburg-Vorpommern, wie das in Neubrandenburg, informierte. Im Vorfeld kam es noch zu einer Schweigeminute bei einem Gedenkstein für Antifaschistinnen und Antifaschisten im zweiten Weltkrieg.
Nachdem die Demo aufgelöst wurde, entschieden sich noch einige der Demobesucher_innen einen Abstecher beim Nazigeschäft zu machen. Dort traf mensch auf eine kleine Truppe von stadtbekannten Neonazis, die sich jedoch hinter den Bereitschaftsbullen zurückhielten. Nach kurzem Wortgefecht und kleinen Rangeleien mit der Polizei (mehr dazu unten), bewegte sich der Mob weiter Richtung Bahnhof.
Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass es als ein erfolgreicher Tag bewerten werden kann. Durch die vielen Bürger_innen, die zu großer Zahl interessiert zuhörten, konnte das Anliegen der Demo gut übermittelt werden. Kritisch zu bewerten ist jedoch eindeutig die Polizei, mit der wir uns nun gesondert auseinandersetzen wollen.

Teilnehmer_innen schockiert über Polizeiwillkür

Wieder einmal musste mensch die Drohungen und Repressionen der Polizei wehrlos hinnehmen. So wurde schon vor Demobeginn versucht diese zu verhindern, indem man beispielsweise den „Müritzlauf“ als Begründung nannte, dass es nicht genügend Polizeieinsatzkräfte zum Schutz der Demonstrant_innen gäbe. Des weiteren erlaubte sich der Polizeieinsatzleiter Kuhlmann den Lautsprecherwagen zu betreten und kurzer Hand den Schlüssel zu entwenden. Als sich ihm mehrere entschlossene Antifaschistinnen und Antifaschisten entgegenstellten, wollte er seine lächerliche Tat damit begründen, dass der Wagen nicht legitimiert worden sei. Glücklicherweise war er nicht allein und wurde schnell eines besseren belehrt. Auch während der Demo beleidigte und bedrohte er jeden in seiner Nähe der nicht grün gekleidet war und riss mehreren Personen die Sonnebrille (wobei er auch eine leicht verletzte) mit der Begründung vom Gesicht, dass er ihre Augen sehen will, wenn er mit ihnen spricht. Vor dem Naziladen rief er ohne Begründung für alle einen Platzverweis aus und als nicht sofort alle darauf reagierten, sondern sich beschweren wollten, rief er nur noch „Knüppel freigegeben“. Nachdem den Nazis zum Abschied verkündet wurde das der Protest weitergehen wird, meinte der Einsatzleiter, dass „ihr dann gleich am Bahnhof auf die Schnauze bekommt“.

Die Polizei, dein Freund und Helfer! Oder eher: des einen Freund des andern Henker?

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