Archiv für September 2007

// 6.10. – chaot sein

Mitten im braunsten Sumpf des Landes (durchweg >10% für die NPD) liegt Pasewalk. Die größte Stadt der Uecker-Randow-Region ist mit ihrem Speicher einer der wenigen Anlaufpunkte für alternative Jugendliche aus dem so oft vergessenen Umland im äußersten Osten Vorpommerns.
So wundert es nicht, dass auch dieses Fleckchen linker Kultur ins Visier der Naziszene gerät, die nun ihre Parteibonzen um Hilfe gebeten hat. Der NPD-Kreisverband Uecker-Randow und die Nazi-Bürgerinitiative „Schöner und sicherer Wohnen“ aus Ueckermünde haben für den 6.10. eine Demonstration unter dem Motto „Linken Chaoten entgegentreten – Staatliche Förderungen stoppen – Den Speicher in Pasewalk schließen!“ angemeldet.
Wir rufen hiermit auf, dem Naziaufmarsch offensiv entgegen zu treten und den Weg nach Pasewalk zu finden. Da der Nazitreff um 12:00 Uhr am Bahnhof (Demobeginn 13:00 Uhr) ist, empfehlen wir die Anreise mit dem Auto. Abfahrt aus Neubrandenburg ist 10:30 Uhr am Norma beim Schlachthof. Bringt ein Auto und gute Laune mit. Wer beifahren, will möge uns kontaktieren.

Hier noch ein Flyer zum Ausdrucken und Weiterverteilen!

// angst

Unter dem Motto »Freiheit statt Angst: Stoppt den Überwachungswahn!« haben am Sonnabend in Berlin über 15 000 Menschen aus allen Teilen der Bundesrepublik gegen die geplante Verschärfung so genannter Sicherheitsgesetze protestiert.

Bereits zu Beginn zeigte die Berliner Bereitschaftspolizei mal wieder was mensch in Deutschland unter Demonstrationsrecht zu verstehen hat – der Start der Demo verzögerte sich um eine halbe Stunde, weil sich eine Gruppe von rund 400 Personen nicht durch die ungerechtfertigten Vorkontrollen begeben wollte und deswegen eingekesselt wurde.

Trotz der anfänglichen Schikanen verlief die ganze Demo jedoch friedlich, neben dem 4000 Personen starken linksradikalen Antikapitalismus Block liefen auch Gewerkschaften, bürgerliche Organisationen, Parteien bis hin zu Bürgerrechtsorganisationen mit.
Am Ende Demonstration zeigte der Überwachungsstaat sein wahres Gesicht – in Höhe des Palast-Gerippes und der Humboldt-Universität griff die Polizei mit Fußtritten, Faustschlägen und massiven Einsatz von Pfefferspray die Demo an mehreren Stellen an. Es gab dutzende Verletzte und trotz des zuvor genehmigten Tragens von Schäublemasken wurden Leute wegen „Vermummung“ festgenommen.

no justice – no peace!
Kein Frieden mit dem Deutschen Polizeisaat!

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[w³] Feature bei Indymedia

// links 2,3,4

Nachdem der Bundeswehr Karriere-Truck am vergangenen Mittwoch seine Rattenfängershow vor dem Rathaus Neubrandenburg begann, ist nicht viel passiert. Unbehelligt konnten junge Militarist_innen aller Waffengattungen ihre ABM vorstellen. Gelockt wurde, wie auch in anderen Städten mit Geld und sicherem Arbeitsplatz. Verschwiegen wurden völkerrechtswidrige Kriegseinsätze, Rassismus, Sexismus und Homophobie innerhalb der Truppen, Mobbing und Gewalt unter den „Kameraden“ und dumpfer Nationalismus.
Um diesem Missstand ein Ende zu bereiten fanden sich am Freitag gegen ca. 15:30 einige entschlossene Antimilitarist_innen verschiedener Organisationen zusammen, um die passierende Bevölkerung über die wahren Ziele der Bundeswehr aufzuklären. Der a la Clowns-Army uniformierte Teil sorgte lautstark und mit Transparent für die nötige Aufmerksamkeit, während sich der Rest der Gruppe in Aufklärung bemühte. Die Aktion verfehlte ihr Ziel nicht: Die Passant_innen nahmen die Flyer gegen Krieg, Militarismus und Bundeswehrpropaganda sehr offen und gerne entgegen: „Ich dachte schon, hier passiert gar nix mehr“ – viele Wehrpflichtige junge Männer unterstützten die Aktivist_innen und auch der ein oder andere Stadtvertreter nahm einen Fyler mit.

Die von den überraschten Berufskillern herbeigerufene Polizeistreife zeigte sich ihrerseits erstaunlich kooperativ, beäugte die Aktion und die Flyer – ermöglichte eine Spontananmeldung und ließ gegen 17:30 alle Teilnehmer ziehen.

Zwar sind die Zeiten vorbei, in denen Neubrandenburg aus dem Stand in breiter Form gegen Militarismus, Krieg und die kriminellen Werbestrategien der Bundeswehr agiert, jedoch war die Aktion ein wichtiger Beitrag, um politisches Leben in der Stadt weiter in Bewegung zu halten. Ein kleines Ausrufezeichen in einer Stadt großer Depression.

Soldat ist kein normaler Beruf! Bundeswehr immer noch wegtreten ;)

// brutaler naziangriff

„Die Gewalt hat die ersten Sklaven geschaffen, die Feigheit ließ dies zum Dauerzustand werden.“

Am 7.9. kam es in Neustrelitz zu einem brutalen Übergriff von ortsbekannten Neonazis auf eine Gruppe junger Antifaschist_innen aus der Region.
An besagtem Freitag fand in der Kleinstadt das Carocktikum, ein alljährliches Rockfest des Gymnasiums Carolinum, statt. Um auf das zunehmende Auftauchen von Neonazis auf dem Konzert hinzuweisen und dem entgegen zu wirken, beschloss eine Gruppe entschlossener Antifaschist_innen, Präsenz zu zeigen und die Bürger_innen und Schüler_innen auf den Missstand hinzuweisen. Aber so weit sollte es nicht kommen.
Wie uns Mitglieder der Gruppe schilderten wurden sie bereits auf dem Weg zum Carolinum aus einem fahrenden Auto mit Flaschen beworfen. Um einer weiteren Konfrontation aus dem Weg zu gehen, entschieden sich die Jugendlichen, die Hauptstraßen zu meiden. Doch der weitere Weg entwickelte sich zu einem Spießrutenlauf: ein wilder Nazi-Mob jagte die Gruppe durch die Gassen und ging zunächst auf die jüngeren und weiblichen Mitglieder los. Erst das Einschreiten der Übrigen verhinderte schlimmeres…
dennoch, das Resultat: Prellungen, ein rausgeschlagener Zahn, ausgerenkte Kiefer und ein Kieferbruch.

Die Täter konnten vorläufig festgenommen werden – das zu erwartende Ergebnis der Ermittlungen kennen wir. Die Brutalität und Skrupellosigkeit der Neustrelitzer Neonaziszene rund um die MAF ist besorgniserregend, antifaschistische Strukturen sind kaum bis gar nicht vorhanden, die Behörden sind überfordert. Es ist längst überfällig die ländlichen Regionen in den Fokus von Aufklärungsarbeit und direkter Aktion zu stellen. Unsere Solidarität gilt den Opfern.

Einschüchtern is‘ nich! Fördert den antifaschistischen Selbstschutz!

// erinnerung und mahnung

Vergangenen Samstag den 8. September fanden sich 30-40 Teilnehmer_innen verschiedendster Couleur beim VVN Denkmal auf dem Stadtwall zusammen, um den vorgezogenen Tag der Erinnerung und Mahnung zu vollziehen. Unter argwöhnischen Blicken der Schutzpolizei gab es Redebeiträge und Kranzniederlegung.
Der wiedererstarkende Faschismus und Antisemitismus machen das Gedenken an die Opfer des Naziterrors nötiger denn je. Das Gedenken an die Millionen von Toten ist ein wichtiger Bestandteil für dir ständige Auseinandersetzung mit der Geschichte.

Nie wieder Krieg. Nie wieder Faschismus

// bundeswehr wegtreten

Mensch kommt nich drum herum… ob im Radio, in den Printmedien, oder auf der Straße – die Bundeswehr rekrutiert. Um noch mehr stramme Kerls und Mädels für seine Kriege zu gewinnen ist dem Staate jedes Mittel recht. Eine gewaltige Werbekampagne, die jedes Unternehmen vor Neid erblassen ließe, überschwemmt zur Zeit das Land und nun auch Neubrandenburg. Am 13. und 14. September stehen junge, erfolgreiche, strebsame Jungrekruten auf dem Rathausvorplatz bereit, um dem Neubrandenburger Arbeitslosenheer die Würde abzukaufen. Sie werden von Studienplätzen zum Nulltarif, soliden Ausbildungsplätzen und Beschäftigungsgarantie erzählen – nicht von Rechtsradikalismus, Homophobie und gefährlichen, sinnlosen Auslandseinsätzen. Mit genügend Beteiligung wird es jedoch möglich, über die tatsächlichen Hintergründe der deutschen Streitkräfte und ihrer Werbung aufzuklären.

Bundeswehr wegtreten, Rattenfängerkampagne abschaffen!