Archiv für Oktober 2007

// 30.10. – unplugged

Wie der/die ein/e oder andere vielleicht mitbekommen hat, steht Neubrandenburg nach 2001 erneut ein Castor-Transport ins Haus. Am 30.10. fährt der Transport vom AKW Rheinsberg über Neustrelitz, Neubrandenburg, Pasewalk, Anklam und schließlich Greifswald bis zum Zwischenlager nach Lubmin. Aufgrund der bekannten Komplikationen im Umgang mit Atommüll und den nicht kalkulierbaren Risiken fordern Atomkraftgegner zur Gegenwehr auf.

So wird es am 27.10.2007 um 11 Uhr am Fischmarkt in Greifswald eine Demonstration geben, die auf diese Probleme aufmerksam machen will.

In Neubrandenburg findet am 30.10. selbst eine Mahnwache am Bahnhof statt – hierzu der Flyer:

Wir rufen zum Widerstand gegen den Atommülltransport auf. Sicheren Atomstrom gibt es nicht. AKW abschalten! Überall!

[w³] ausführlichere Informationen bei contrAtom

// full house

Fassen wir uns kurz: die Neueröffnung des Infoladen „Stunk“ war ein Erfolg.

130 interessierte und gut gelaunte Besucher bildeten sich bei einem Film über die NPD in M-V (der Vortrag musste leider ausfallen) und der Dokumentation vom Volksaufstand in Oaxaca. Danach heizte die Kabarett-Blues-Kombo „The Incredible Herrengedeck“ mit ihrem amüsanten Programm den Gästen ein, die sich danach bis in die frühen Morgenstunden die Kalorien der äußerst schmackhaften Vokü runtertanzten.

Alles in allem ein guter Auftakt für weitere Veranstaltungen, ein Ansporn für alle Involvierten und eine gute Alternative, wenn das Zebra mal wieder mit einem Sexisten- und Schwulenhasser Themenabend aufwartet.

Danke an das AJZ und die Infoladen-Crew für den gelungenen Abend.

// NEUERÖFFNUNG

Am 20. Oktober ist es mal wieder Zeit für ein wenig Bildung. An besagtem Samstag soll ab 18:00 Uhr im AJZ Neubrandenburg die Neueröffnung des Infoladen „Stunk!“ zelebriert werden. Natürlich war dieser nie geschlossen, aber wer das Gewusel der letzten Wochen beobachtet hat, wird die Veränderungen bereits bemerkt haben.

Auf dem Plan stehen neben einer Dokumentation über den hierzulande verschwiegenen Aufstand in Oaxaca (Mexiko), ein Vortrag über Rechtsextreme Strukturen in M-V und ein grandioses Kultur- und Unterhaltungsprogramm der Kombo „The incredible Herrengedeck“. Wer dann immer noch nich genug hat, darf zur Disco tanzen.
Zwischendurch gibt es lecker veganes Essen, also wer einfach keine Lust auf BurgerDönerNudeln hat kann auch vorbei kommen.

Durch die zunehmende Verschärfung von Meinungsdiktatur und Medienzensur sind Strukturen wie Infoläden eine unverzichtbare Institution, um über Themen wie Kapitalismus, Rechtsextremismus, Sexismus, Antisemitismus, Tierversuche, Repression (und viiiiele viele mehr) aufzuklären und sie zu diskutieren. Die Infoladen-Crew wird durch regelmäßige Öffnungszeiten und verschiedendste Veranstaltungen ihren Beitrag zur Förderung emanzipierter Struktur und Kultur in Neubrandenburg leisten und freut sich auf euren Besuch.

Solltet ihr Schlafplätze benötigen, schreibt uns doch einfach eine Mail.

// ja wo laufense denn?

Sehr geehrte Damen und Herren, vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Ein Aufruf, ein Aufruhr… und demonstriert wurde auch noch.
Am vergangenen Samstag wollte die NPD in Pasewalk „linken Chaoten“ entgegentreten. Ein nobles Ziel in Anbetracht der Tatsache, dass man ihnen die vermeindlichen Chaoten von Beginn an vorenthalten wollte. Bereits vor der Abfahrt in Neubrandenburg zeigte die Polizei ihr ganzes Können und beschattete den Treffpunkt aus einem silbernen Golf Variant. Dieser begleitete die Anreisenden auch bis Pasewalk.
Dort angekommen fand man sich mit ca. 250 anderen Gegendemonstranten in der Oststadt zusammen, um den Naziaufmarsch zu stören. Die Polizei (allen voran die BFE aus Schwerin), durch EINEN Aufruf zu Gegenaktivitäten vermutlich von einem Bürgerkriegsszenario ausgegangen, ging von Beginn an mit äußerster Härte vor, Gegendemonstranten wurden drangsaliert und beschimpft, junge Mädchen geschubst und an den Haaren gezogen. Die Führungskräfte der Polizei heizten ihren eigenen Leuten permanent ein und provozierten die Antifaschist_innen. Das Polizeiaufgebot (2 Räumpanzer, 2 Wasserwerfer, 500 Polizisten) war unverhältnismäßig und nichts anderes als Provokation. Die Zurückhaltung und Besonnenheit der Demonstrierenden verhinderten eine Eskalation des Geschehens. Insgesamt gab es drei Festnahmen.
Die NPD blieb erwartungsgemäß mit knapp 200 Teilnehmern weit hinter ihren 500 angemeldeten Demonstranten zurück – von der versprochenen Parteispitze waren lediglich Tino Müller und Michael Andrejewski zugegen.
Die Bevölkerung beobachtete das Geschehen argwöhnisch vom Balkon oder reihte sich in die Gegendemonstration ein – dennoch hätte der zivile Protest intensiver sein können. Die Abschirmung der Route durch das Polizeiaufgebot machte die Demonstration nahezu unwirksam.

Alles in allem ein Reinfall für die NPD – der Maulkorb für Tino Müller tat sein übriges. Der Speicher bleibt!