// הזכרה

Der 9. November gilt bekanntermaßen als „Schicksalstag“ der deutschen Geschichte. Die grausamste Facette dieses Tages sind die Pogrome von 1938. In der Nacht vom Mittwoch dem 9. auf Donnerstag den 10. November wurde die Eskalation der Judenverfolgung und des faschistischen Hasses eingeleitet. In unzähligen Städten wurden Synagogen angezündet, jüdische Geschäfte geplündert und zerstört, Juden verprügelt, deportiert und ermordet.
Auch Neubrandenburg machte hier keiner Ausnahme. Die schon seit den späten 20ern nationalsozialistisch dominierte Stadt war bis 1938 noch Heimat von 15 Bürgern jüdischer Herkunft. In den frühen Abendstunden des 9. November begann ihr Martyrium.
Der SA-Mann Klaus Reinke steckte die 1877 eingeweihte Synagoge in der Poststraße in Brand; die Feuerwehr ließ sie ausbrennen und verhinderte lediglich ein Übergreifen der Flammen auf die anliegenden Häuser.
In Folge der Pogromnacht begann auch die Neubrandenburger Presse ihre antisemitische Hetze, indem sie unter anderem Schilder an Eingangstüren von Geschäften forderte, die Juden den Zutritt untersagten. Außerdem begrüßte sie die von den Ratsherren beschlossene Verlegung des jüdischen Friedhofs mit den Worten: „Damit verschwindet ein Schandfleck im Stadtbild“. Mehr und mehr verstärkte sich somit der Druck auf die jüdische Bevölkerung; Juden wurden auf offener Straße angepöbelt und ab 1941 mit dem „Judenstern“ gebranntmarkt. Durch ihren Glauben verbunden und die Ausmaße der NS-Verbrechen nicht ahnend hielt die kleine jüdische Gemeinde all dem Hass dennoch stand und blieb in der Stadt.
Mit Beginn des industriellen Massenmordes an Andersdenkenden, Homosexuellen und der jüdischen Bevölkerung, durch die Nationalsozialisten, endete jedoch vorerst die jüdische Geschichte in Neubrandenburg – wie 6 Millionen ihrer Glaubensgenossen wurden die verbliebenen 10 Juden der Stadt in Konzentrationslager deportiert und ermordet oder wählten, in Anbetracht des drohenden Schreckens, den Freitod.

Wir sind es den Opfern dieser grausamen Verbrechen schuldig, mahnend an ihr Schicksal zu erinnern und ihrer zu gedenken… nicht nur am 9. November!

[weiterführende Literatur:
Biermann, Karl-Heinz: Als die Synagoge brannte. In: Wohin heute, Neubrandenburg 1978. S. 12-13 //
Maubach, Peter; Krüger, Dieter: Geschmäht und verfolgt – Juden in Neubrandenburg. In: Neubrandenburger Mosaik, Neubrandenburg 1991. S. 36-45 //
Krüger, Dieter: Stete Mahnung und aktuelle Verpflichtung: vor 50 Jahren brannte die Neubrandenburger Synagoge. In: Wohin in Neubrandenburg, Neubrandenburg 1988. S. 12-13]


1 Antwort auf „// הזכרה“


  1. 1 Gedenke - Vergiss nie! | Antifaschistische Gruppe A3 Pingback am 12. November 2007 um 16:05 Uhr
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