// mailbox

Antifaschist_innen aus Neubrandenburg fordern Hausverbot für Thor-Steinar-Kunden. Mit einer Briefaktion weisen der Infoladen „Stunk“ und die Antifaschistische Offensive Neubrandenburg auf die zunehmende Verbreitung rechtsextremer Kleidung und ihren Einzug in den Alltag hin.
Eine Pressemitteilung der Antifa Offensive Neubrandenburg vom 14. Dezember 2007

„In Kontinuität zu Aktionen des vergangnen Sommers gegen Naziläden nutzen den morgigen bundesweiten Aktionstag gegen die Neonazimarke Thor Steinar, um über die Hintergründe der Kampagne aufzuklären“, teilt Daniel Weber, Pressesprecher der Antifa Offensive Neubrandenburg mit. „Die Unwissenheit innerhalb der Bevölkerung ist noch immer erschreckend groß. Mittlerweile ist Thor Steinar aus seiner traditionellen Käuferschicht ausgebrochen.“
Thor Steinar wurde 2002 von den Neonazis Axel Kopelke und Uwe Meusel gegründet und ist derzeit die Modemarke der Naziszene schlechthin. Mit heidnisch-germanischen Symbolen und anderen Codes transportieren die Textilien faschistische, fremdenfeindliche und Nazi-Verbrechen verherrlichende Botschaften. Der Vertrieb erfolgt größtenteils über Naziläden und Internetversände.
Initiativen gegen die Marke hängen stets vom Erfolg bei der Aufklärung der Bevölkerung ab. Vorstöße von Fußballvereinen wie St. Pauli, Hertha BSC und auch Hansa Rostock, die Thor-Steinar-Kunden aus ihren Stadien verbannen haben eine neue Öffentlichkeit geschaffen. Der Gebrauch des Hausrechts sensibilisiert und provoziert zugleich die öffentliche Diskussion. Im Rahmen dieser Aktion fordert die Antifaschistische Offensive Neubrandenburg mit Unterstützung des Infoladens „Stunk“ Schulen, Einkaufszentren und das Jahnsportforum Neubrandenburg auf, eine vergleichbare Klausel in ihre Schul-/Hausordnung aufzunehmen:
„Besuchern der/des XY ist es verboten:
Fahnen, Transparente, Aufnäher oder Kleidungsstücke zu tragen oder mitzuführen, deren Aufschrift geeignet ist, Dritte aufgrund ihrer/ihres Hautfarbe, Religion, Geschlechts oder sexuellen Orientierung zu diffamieren oder deren Aufschrift Symbole verfassungsfeindlicher Organisationen zeigt.
Kleidungsstücke zu tragen oder mitzuführen, deren Herstellung, Vertrieb oder Zielgruppe nach allgemein anerkannter Ansicht im rechtsextremen Feld anzusiedeln sind.“
„Es geht nicht um die Kriminalisierung eines Milieus oder einer Mode, Thor Steinar und die Unterstützung der Marke sind kriminell“, so Weber, „wir werden nicht dulden, dass Neonazis mit ihren Symbolen ganze Klassen mit implizit menschenverachtendem Gedankengut infizieren oder das Stadtbild prägen. Aufklären ist das Eine, jetzt sind Taten gefragt.“

Informationen über Thor Steinar bietet das Team vom Infoladen „Stunk“ im AJZ an, oder die Kampagne gegen die Nazimarke im Internet: stop-thorsteinar.de.vu . Über das Naziladennetzwerk und die Aktionen dagegen werden auf links-lang.de aufgeklärt.

Brief als *.pdf