// konsumierst du noch…

…oder lebst du schon?

Seit einiger Zeit hat sich in Neubrandenburg eine kleine Gruppe zusammengefunden, die Jugendliche zum genaueren Nachdenken über ihren nächsten Einkauf anregen will. Ihr Projekt heißt Nota Bene! („Gib acht!“). Hierbei handelt es sich um eine Initiative des bundesweiten „KonsumGlobal“-Projekts, ein Konzept des Jugendnetzwerkes Janun.

Sie führen jede_n Interessierte_n durch die Stadt, um dort „mit Hilfe interaktiver Elemente über die Weltwirtschaft zu informieren und am Ende alternative Einkaufs- sowie Protestmöglichkeiten aufzuzeigen.“ Sie wollen besonders die jungen Menschen erreichen, da diese eine wichtige Zielgruppe der Wirtschaft und Werbung sind. Im genaueren gibt es sieben Stationen, wobei jede ein exemplarisches Thema behandelt: Fleisch, Textilien, Turnschuhe, Kaffee/Kakao/Fairtraide, Papier und eine allgemeine Einführung mit dem Schwerpunkt Konsumverhalten heutiger Jugendlicher. Hierbei versuchen die „Stadführer_innen“ auf den Wissensstand der begleiteten Gruppe einzugehen, um so auch den Leuten Neues anzubieten, die zuvor schon mit den Themen in Kontakt kamen.

Bei unseren Stadtführungen geht es um Globalisierung und nachhaltigen Konsum. Du erfährst, wie dein Einkaufsverhalten mit ökologischen und sozialen Missständen in anderen Teilen der Welt zusammenhängt und wie wir alle durch bewussten Konsum positiv Einfluss nehmen können.
Es geht nicht nur um Kritik, sondern wir zeigen vor allem positive Ansätze und erweitern das Bewusstsein für weltweite Zusammenhänge, für Gerechtigkeit und für unsere Verantwortung.

Schöne Sache. Jedoch ist sie nur halb so schön, wenn das ganze Übel an einigen oder auch vielen Groß-, Mittel- und/oder Kleinkonzernen dingfest gemacht wird. Dies wäre ein fataler Fehler. Der Kapitalismus ist ein alleinvernehmendes System. Fairtraide ist dabei zwar ein Schritt in die richtige Richtung, sollte jedoch nicht das Ende vom Weg darstellen, da – so „fair“ es auch klingen mag – der Kapitalismus trotzdem weiter Bestand hat. Es bleibt der gleiche Prozess von Ware, Wert und Lohnarbeit, lediglich mehr oder weniger „humaner“. Wird dies nicht explizit verständlich gemacht, so fällt mensch sehr schnell in eine verkürzte Kapitalismuskritik. Für uns geht es immer noch ums Ganze!

Wer Lust bekommen hat, kann nach Anmeldung/Absprache bei einer Führung teilnehmen.
Hierzu ein paar Daten zur Kontaktaufnahme:
BUND/BUNDjugend Regionalgeschäftsstelle (Friedländerstraße 12)
Tel./Fax: 0395/5666512
e-mail: bundjugend.nb(at)bund.net


1 Antwort auf „// konsumierst du noch…“


  1. 1 Egal 22. Juni 2008 um 13:57 Uhr

    Zudem ignoriert der Appell an den Fair Trade, dass der Kapitalismus als System nicht fair ist: Die Hartz4-Empfänger als Konsumenten können es sich schlichtweg nicht leisten, die teureren, aber dafür fair gehandelten Produkte zu kaufen.

    Trotzdem ist die Einsicht in die globale Wirtschaft natürlich wichtig. Die Forderung daraus muss jedoch die Abschaffung des Kapitalsmus sein, auch wenn das, wie es in eurem Zitat der Gruppe anklingt, wenig „positiver Ansatz“, sondern vor allem erstmal Kritik ist.

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