Archiv für Juli 2008

// sommer, sonne, ajuca

Auch wenn es euch allen eigentlich schon bekannt sein sollte, wollen wir nochmals an das Alternative Jugendcamp [Ajuca] erinnern. Vom 05. bis zum 10. August erwartet euch eine Vielzahl an Vorträgen, Workshops und anderen Aktivitäten. Schwerpunkte sind dabei natürlich vor allem die Themen Rechtsextremismus und linke Theorie und Praxis. Natürlich darf es auch nicht an Entertainment fehlen und so könnt ihr euch, neben super DJs und DJanes, auch auf tolle Live-Acts beispielweise von der Electroband Supershirt oder der Ska-Combo Feine Sahne Fischfilet freuen.
Bis dahin noch schönes Vorfreuen. Wir sehen uns.

Hier die aktuelle Pressemitteilung vom Alternativen Jugendcamp

//… 15 Jahre D.I.Y.

Eine Pressemitteilung des AJZ Neubrandenburg

1993 – 2008 Alternatives Jugendzentrum in Neubrandenburg
Selbstverwalteter Club feiert 15jähriges Bestehen

In diesem Jahr begeht das AJZ Neubrandenburg nun schon den 15. Geburtstag. Vom 09. bis zum 13. Juli soll das mit einem umfangreichen Programm gefeiert werden.

15 Jahre sind für Zentren wie das AJZ ein ausgesprochen langer Zeitraum.
1993 waren fehlende Verwirklichungsmöglichkeiten bei bestehenden Angeboten der Jugendarbeit, ein notwendiger Schutzraum vor einer gewalttätig agierenden und dominanten Neonazi-Szene und mangelnde Akzeptanz für nonkonforme Jugendkulturen die Ausgangspunkte für die Gründung des Alternativen Jugendzentrums.

Das AJZ versteht sich damals wie heute als weitgehend selbstbestimmter und selbstverwalteter Freiraum. Der Club will ein Umfeld schaffen, in dem Freizeit eigenverantwortlich und gemeinschaftlich gestaltet werden kann. Die NutzerInnen können sich hier selbst und gemeinsam mit anderen in bestimmten Lebensbereichen verwirklichen. Spaß an der Sache, die Entwicklung eigener emanzipierter Perspektiven, die Akzeptanz anderer Lebensentwürfe, die Übernahme von Verantwortung und das Finden gemeinsamer Lösungen von Aufgaben und Problemen sind dabei wichtige Faktoren.

Das AJZ versteht sich alternativ, weil die NutzerInnen sich selbst „betreuen“. Statt Anleitung durch SozialarbeiterInnen werden die eigenen Erfahrungen, Vorstellungen und Kompetenzen genutzt und weitergegeben. Das AJZ versteht sich alternativ, weil hier ein kritischer Umgang mit gesellschaftlichen Realitäten und Versuche, andere Wege zu gehen, gefördert werden. Das betrifft zum einen das Zusammenleben im AJZ wie etwa durch den Abbau von Hierarchien, unkommerzielle Bewirtschaftung, Verteilung von Aufgaben, politische Bildung oder das Konsensprinzip. Zum anderen versteht sich das AJZ auch als Teil dieser Stadt und will über das Gebäude hinaus kritisch und aktiv Veränderungen bewirken.

Trotz massiver finanzieller Kürzungen, Neonazi-Hetze und Widerständen gegen den Standort Onkel Willi reißt das Engagement von immer neu hinzukommenden Jugendlichen für das Alternative Jugendzentrum nicht ab.

Das Programm:

Am Mittwoch starten wir die Feierlichkeiten mit Unterstützung us-amerikanischer Gäste auf der AJZ-Bühne. LOSER LIFE stammen aus dem kalifornischen Bakersfield. Geboten wird kraftvollen Hardcore-Punk im Stil der frühen 80er – kurze, schnelle, auf den Punkt gebrachte Songs mit einer kongenialen Mischung aus Melodie und Aggressivität. RED HERRING setzt sich aus ehemaligen Mitgliedern von Hardcore-Veteranen wie Harum Scarum oder The Locust zusammen. Experimenteller Post -Punk mit Tuba, Banjo und Drums aus Portland/Oregon.

Gibt es Unterschiede zwischen der mecklenburgischen und der sächsischen Provinz? Eine erfrischende Lesung und die Antwort auf diese Frage ist am Donnerstag zu erwarten. SVEN AUGSTEIN, als „ Zonenkind vom Lande nahe dem Tal der Ahnungslosen geboren und zwischen Kuhstall und Schweinemast, zwischen Schlachtfest und Pionierarbeit aufgewachsen“ liest aus seinem Buch NACHKRIEGSJUGEND. Der Autor liefert einen Erlebnisbericht zwischen Nazi-Stress, dem Auf und Ab eines Alternativzentrum, Kultur und Politik. „Ein Roman über jugendliche Fehltritte, fehlende Altersweisheit und fast schon alltäglichen Begebenheiten!“ .
Davor kann sich über Techniken des T-Shirt-Drucks in einem Workshop informiert und ausprobiert werden.

Auch am Freitag besteht noch die Möglichkeit eigene Shirts zu bedrucken. Danach gibt es ein äußerst gegensätzliches Tanzangebot. Das DJ-Kollektiv von FORTSCHRITT 3000 steht für Techno, Dub und Drum´n Bass und reist mit drei Vertretern zur Beschallung des Saales an. Die Punks müssen in den Keller – wollen sich aber mit Karaoke und einschlägigen Szene-Hits bei Laune halten.

Der Samstag beginnt schon nachmittags mit einem Plunder-Flohmarkt, entspannter Musik, Infoständen, Kaffee und Kuchen.
Die abendliche Open Air Show wartet zunächst mit den Berlinern von THE SHOCKS auf.
Die Band versteht sich als überflüsssiger Bestandteil einer wichtig – engagierten deutschsprachigen Punkrockscene. Proletenhafte, extrovertierte Aussenseiter ohne Schmiss und Charme.
Auf der Hofbühne folgen dann COSMONAUTIX. Wer nicht weiss, wie Balalaika Speedfolk klingt, muss diese Band hören. Eine Klezmer-Reggae-Rock- Ska- Mischung in der Tradition des „sibirischen Partygedankens“.
Im Anschluss, dann aber im Saal, legen DJ´s und DJanes aus dem AJZ auf.

Die Festwoche klingt am Sonntag mit einem sunshine-brunch aus.