Archiv für Februar 2009

28.2. – ortstermin(e)

Es gibt offensichtlich mittlerweile zwei Veranstaltungen am kommenden Samstag.

Eine Kundgebung unter dem Motto „Neubrandenburg bleibt antifaschistisch“ – ab 8:00 Uhr am Badehaus in der Parkstraße,

und eine weitere Kundgebung „Zum Gedenken der Opfer des Faschismus“ am Parkplatz, Ende der Lindenstraße – ebenfalls ab 8:00 Uhr.

Zeit für einen kleinen Spaziergang an den See. Haltet die Augen offen, nehmt Freunde und Verwandte mit – geht nicht allein.

P.S. Am Abend findet noch ein Antifa-Soli-Konzert im Underworld statt (siehe Termine).

abmarsch

Eine Pressemitteilung der Antifaschistischen Offensive Neubrandenburg vom 24.02.09

Rechtsextremer Marsch um den Tollensesee geplant

Am 28. Februar 2009 wollen Neonazis aus Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg offenbar erneut ihren „Tollensemarsch“ veranstalten – möglichst ohne Öffentlichkeit, geduldet in den betroffenen Gemeinden und verschwiegen von Behörden und Polizei. Antifaschist_innen kritisieren das gefährliche Nichtstun und die ignorante Informationspolitik.

Seit 5 Jahren treffen sich etwa 80 bis 130 Neonazis am letzten Februar-Wochenende regelmäßig zum so genannten „Tollensemarsch“ um den gleichnamigen See. Auch in diesem Jahr bereiten sich Jugendliche aus der Region auf den „Marsch mit Leistungsabzeichen“ vor. Verantwortlich für die Organisation zeichnet sich offenkundig der frisch gewählte NPD-Bundestagskandidat David Petereit mit seiner „Mecklenburgischen Aktionsfront“.

Die ersten vier Jahre ging es einmal um den Tollensesee, unbehelligt von Berichterstattung und Protest. In Gemeinden rund um den See, wie Alt Rehse oder Wustrow, schien man nicht bemerkt zu haben, dass jährlich etwa 100 Neonazis durch die eigenen Straßen zogen. Erst die mediale Aufmerksamkeit des vergangenen Jahres hat die Nazis erstmalig gezwungen, heimlich an die brandenburgische Grenze auszuweichen – von der Polizei „geschützt“ vor Presse und Gegenwehr. Dennoch ist zu erwarten, dass in diesem Jahr wieder die Region rund um die Vier-Tore-Stadt das Ziel sein wird.

Doch auch in diesem Jahr ist man lieber still. Weiß die Stadt überhaupt von dem Szene-Ereignis?
Das Nichtwissen und Wegschauen von Staat und Zivilgesellschaft bei Naziaktivitäten ist ein entscheidender Faktor, der das klandestine Agieren von Neonazis so erfolgreich macht. Offenbar hält man die rechten Kraftproben für Pfadfindermärsche ohne politische Qualität. Dabei hat gerade erst die Diskussion um die Feldlager der völkisch-rassistischen HDJ gezeigt, welch ideologisch-gefärbten Rituale hinter der neuen, rechten Naturverbundenheit und Freizeitgestaltung stecken. Erst vor wenigen Tagen marschierten Mitglieder des „Heimatbund Pommern“ um den Malchiner See. Im Nachhinein feierte die Organisation des Landtagsabgeordneten Tino Müller auf ihrer Internetseite in schwärmerischem Ton die schöne Landschaft und das Andenken an ihre Großväter. Außerdem heißt es: „Wir werden nicht aufhoeren uns Koerperlich und Geistig zu schulen, bis unsere Jugend frei ist vom Ungeist dieser Zeit.“
Wer davor die Augen verschließt, macht sich mitverantwortlich für die immer dreister agierende rechte Szene.
Ebenso gefährlich ist der Irrglaube, sich durch Verschwiegenheit den „Ärger“, als welcher der antifaschistische Protest ganz offensichtlich empfunden wird, vom Halse halten zu können. Eine Einschränkung der Rechte auf Information und Widerstand wird billigend in Kauf genommen um eine politische Auseinandersetzung zu verhindern.

Erst diese Politik, gepaart mit der Gleichgültigkeit vieler Bürger_innen ermöglicht derartige Veranstaltungen und stärkt die Identität der extremen Rechten. „Während sich das Innenministerium mit dem angestrebten HDJ-Verbot selbst zu befriedigen versucht, stehen Organisationen wie der „Heimatbund Pommern“ und der „Kulturkreis Mecklenburg-Strelitz“ schon lange bereit, um die Lücke zu füllen. Ihre Stärke ist das unmittelbare Resultat einer Politik des Wegschauens und Ignorierens“, sagt Stefanie Peters von der Antifa-Gruppe AONB – „Die dringend notwendige Konfrontation mit politischen Realitäten wird vermieden und vertagt, die Ursachen umgangen“.

Damit muss Schluss sein! Wir fordern, Nazis offensiv und konsequent entgegenzutreten – immer und überall!

eingemauert

Eine Pressemitteilung des AJZ Neubrandenburg vom 15.02.2009

Aus aktuellem Anlass veranstaltet das Antifaschistische Jugendbündnis Neubrandenburg (AJUB) zwei kostenlose Info-Abende zum Krieg im Nahen Osten. Am Mittwoch und Freitag soll im Alternativen Jugendzentrum in der Seestraße bei Film und Vortrag vor allem über alternative Formen der Konfliktlösung informiert und diskutiert werden.

Am 18. Februar ab 19 Uhr zeigt das Bündnis den Film „Bil‘in my Love“ des israelischen Friedensaktivisten und Filmemachers Shai Carmeli Pollak . Er dokumentiert den gewaltlosen Widerstand des Dorfes Bil‘in im Westjordanland – gegen die israelische Besatzung und die israelische Grenzmauer. Danach gibt es gewohnt leckere vegane Küche und die Möglichkeit zur offenen Debatte.

Freitag ist dann, ebenfalls ab 19 Uhr, der israelische Aktivist Yossi Bar-tal von der Gruppe „Anarchists Against the Wall“ (AATW) zu Gast. Er wird über die Lage vor Ort, die Aktionen seiner Gruppe und die links-alternative Bewegung auf israelischer und palästinensischer Seite referieren.
Die AATW erlangte internationale Bekanntheit durch ihre friedlichen Demonstrationen im israelisch-palästinensischen Grenzgebiet und durch direkte Aktionen gegen die Trennmauern rund um West Bank und Gaza-Streifen. Für ihr Engagement bekamen die Anarchist_innen im vergangenen Jahr die Carl-von-Ossietzki-Medallie der Internationalen Liga für Menschenrechte verliehen.

Im Anschluss des Referats gibt es den ersten „Antifatresen“ zum Diskutieren, Streiten, Informieren und Nachfragen.

„Ziel der Veranstaltungen ist es, mit Impressionen aus erster Hand einen Blickwinkel des Nahost-Krieges zu zeigen, der neben den völkisch-ideologischen Positionen von Hamas und israelischen Hardlinern meist keinen Platz in den Nachrichten findet“, sagt Paul vom AJUB. „Wir hoffen, dass viele neugierige Bürgerinnen und Bürger den Weg ins AJZ finden, um sich ein eigenes Bild zu machen“, so der 18-jährige weiter.

Das Bündnis lädt alle Interessierten herzlich ein.
Nazis und Rassisten sind selbstverständlich unerwünscht!

Weitere Informationen zu den AATW gibt es im Internet unter: http://www.awalls.org/

06.02. – united we stay!

http://img228.imageshack.us/img228/3984/20090206freiraumyj8.jpg

Die Kampagne „Wir bleiben alle“ ist entstanden aus der Freiraumbewegung, die ihren Ursprung in den Kämpfen um das Kopenhagener Jugendzentrum „Ungdomshuset“ hatte und in Berlin mit der Bedrohung der Köpi und der „One Struggle One Fight – Demo“ ihre Fortsetzung fand. Sie entstand aus dem Bedürfnis sich zu organisieren und sich zusammenzuschließen um den gegebenen Entwicklungen etwas effektiv entgegensetzen zu können. Dabei sollen Otto-Normal-MieterInnen von nebenan genauso angesprochen werden wie politische Gruppen oder Bürgerinitiativen.

Am kommenden Freitag lädt das AJZ, in Zusammenarbeit mit der Kampagne Wir Bleiben Alle!, zu einer Infoveranstaltung ein. Ziel ist es das Anliegen der Kampagne näher zu bringen und alle Interessierten über die kommende Freiraum-Demo (14.03.09 in Berlin) zu informieren. Erscheint zahlreich und solidarisiert euch mit den Aktivist_innen.
One struggle! One fight!

Anschließend ist D.i.s.c.o. mit elektronischen Beats aus der Konserve. Tanzen erlaubt.