weggefegt und ausgebremst

weggefegt…

Ein plötzlicher Geldregen oder eine tolle Werbeaktion im hippen Marktplatzcenter in der Neubrandenburger Innenstadt? Etwas verwunderlich war es schon für die konsumgeplagten Wochenendeinkäufer_innen, als es am Samstag Nachmittag kleine Schnipsel von der Balustrade auf ihre Köpfe herabregnete … Es handelte sich jedoch nicht um eine neue, hippe Werbeidee des kreativen Center-Managements, sondern um eine Aktion von Antifaschist_innen um auf den für den 1. Mai geplanten Neonaziaufmarsch durch Neubrandenburgs Straßen hinzuweisen.

Vorderseite

Auf der Rückseite folgender Text:

Sechs Neonazis sitzen bereits im Landtag von MV. Mit rassistischer Hetze gegen Ausländer_innen und Andersdenkende wollen sie nun erneut in NB um Stimmen werben. Auch hier besteht das Risiko, dass sie an Einfluss gewinnen und ihre Strukturen erweitern.
Das geht uns alle was an – lasst uns ihnen zeigen, was wir davon halten!
KEIN FUßBREIT DEN FASCHISTEN!

Den völlig überrumpelten Sicherheitskräften blieb nur noch der Griff zum Besen um die verbliebenen Flyer wegzufegen.

Greifalarm


… und ausgebremst

Heute gab es bereits eine weitere Aktion:

Eine Pressemitteilung des Antifaschistischen Jugendbündnis Neubrandenburg vom 29.03.2009

Etwa 20 antifaschistische Jugendliche demonstrierten heute Morgen auf dem Neubrandenburger Friedrichs-Engels-Ring, um auf den von mehreren Hundert Neonazis geplanten Aufmarsch am 1. Mai hinzuweisen. Mit Flugblättern und Schildern machten sie auf ihr Anliegen aufmerksam.

Neugierig schauten die noch verschlafenen Autofahrer_innen, als heute gegen 7 Uhr eine Gruppe Jugendlicher auf Fahrrädern den Friedrich-Engels-Ring befuhr. Mit Schildern wie „1. Mai – Nazifrei“, „Gemeinsam sind wir stark“ und „Nazis in den Weg stellen“ und Flugblättern ausgestattet, mischten sich die Antifaschist_innen plötzlich in den Autoverkehr und führten den allmorgendlichen Stau für mehrere Minuten an. Klingelnd fuhr der Aufzug entlang der Ring-Baustelle von der Neustrelitzer Straße bis zum Rathaus.
Mit dieser ungewöhnlichen Aktion wollten die Aktivist_innen Aufmerksamkeit für ein ernstes Thema schaffen. Sie wollen die Neubrandenburger_innen aufwecken und sensibilisieren. Seit neun Jahren marschieren Rassisten, Antisemiten und Volksverhetzer immer wieder durch unsere Straßen und nur noch einige Wenige scheint es ernsthaft zu bekümmern. Nach ein paar Jahren erfolgreichen Prostests meherer Tausend Neubrandenburger_innen, hat sich die Strategie von immer mehr Bürger_innen zum Wegschauen und Ignorieren gewandelt. Die immer organisiertere und militantere Neonaziszene profitiert von der fehlenden Bereitschaft zur Zivilcourage. „Wenn Staus und Baustellen in Neubrandenburg die Gemüter mehr erhitzen, als ein Naziaufmarsch durch unsere Stadt, dann ist hier etwas nicht mehr in Ordnung. Daher fordern wir alle Bürger_innen auf, sich an den Protesten von Gewerkschaften, Vereinen und Verbänden, Parteien und Jugendgruppen zu beteiligen.“, so Manuela Krüger vom Antifaschistischen Jugendbündnis (AJUB). Weitere ähnliche Aktionen seien geplant, so die 19-Jährige weiter.

Die Bündnisdemonstration gegen den Naziaufmarsch beginnt am 1. Mai um 9 Uhr am Bahnhof. Das Naziproblem geht uns alle etwas an! Wir haben es in der Hand. Erster Mai – Nazifrei!

Der Flyer:

Einen weiteren Bericht auf Indy findet ihr hier.