Archiv für Mai 2011

sehen und gesehen werden

Nazis sind trauriger Alltag – auch in Neubrandenburg. Manchmal hat man das Gefühl, es kommt gehäuft zu Aktionen, manchmal wiegt man sich in vermeintlicher Ruhe.

Immer wieder gibt es Naziaktivitäten, die entweder kaum bemerkt oder gezielt vorenthalten werden. In der Konkurrenz mit anderen Nachrichten gehen sie häufig unter oder werden nicht in den richtigen Kontext gebracht. Dies hängt oft unter anderem auch davon ab, inwieweit Nazis ihr Handeln dokumentieren.

Wir möchten hier alle Nazi-Aktivitäten in und rund um Neubrandenburg sammeln, die wir wahrnehmen, um überblicken zu können inwieweit sich Qualität und Quantität von Naziaktivitäten in unserer Stadt entwickeln.

Anders als ein Artikel, exponiert ein Eintrag in die Chronik das Ereignis nicht, sondern ordnet es lediglich in eine Reihe ein, die sich als ganzes bewerten lässt. Dies ist besonders in Anbetracht der Tatsache wichtig, dass die Nazis spätestens seit Beginn 2011 auf ihren Plattformen versuchen auch für Neubrandenburg ein gehöriges Tamm-Tamm um jedwedes eigene Tun zu machen. Sie erwecken so den Eindruck, dass in Neubrandenburg für sie „was geht“ und feiern jeden Sticker, der mehr als drei Tage hängen bleibt als Erfolg…

Unsere Chronik kann dabei keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Sammlungen dieser Art sind vor allem davon abhängig, dass Betroffene von Naziaktionen diese öffentlich machen. Wenn du Opfer oder Zeug_in einer Naziaktion, eines Übergriffs oder von Propaganda-Aktionen wirst, informiere uns bitte per E-Mail.

20.-21.05. – Spurensuche

Eine Pressemitteilung des Infoladen „…Stunk!“ vom 17.05.2011

Am kommenden Wochenende lädt der Infoladen „…Stunk!“ zu einer zweiteiligen Informationsveranstaltung in das Alternative Jugendzentrum Neubrandenburg (AJZ). In Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv soll am Freitag und Samstag über die nationalsozialistischen Verbrechen in der Region der Stadt Neubrandenburg informiert werden.

Insbesondere in den vergangenen Jahren wurden die Überreste der Naziverbrechen in und um Neubrandenburg aufgearbeitet. Synagogenplatz, Informationsstelen und Stolpersteine waren wichtige Initiativen für die Aufbereitung der nationalsozialistischen Vergangenheit der Stadt. Dennoch sind die Gedenkorte jenseits des Synagogenplatzes eher unscheinbar. Manche von ihnen – wie das Frauenehrenmal oder die Gedenkanlage „Die Unbeugsamen“ – scheinen beinahe völlig in Vergessenheit zu geraten.
Der Infoladen „…Stunk!“ lädt deshalb am kommenden Freitag ins AJZ-Neubrandenburg. Dort wird ab 19 Uhr ein Vortrag des Neubrandenburger Stadtarchivs präsentiert, der die Spuren der NS-Verbrechen in und um Neubrandenburg thematisiert. Am Samstag sind dann alle Interessierten eingeladen, sich zur gemeinsamen Spurensuche auf zu machen. Zusammen geht es um 12 Uhr vom Jugendzentrum zu den hiesigen Erinnerungsorten nationalsozialistischer Vergangenheit. Anmeldungen unter info_stunk@web.de sind für die bessere Koordination erwünscht. Beide Veranstaltungen sind für alle Teilnehmenden kostenlos.

Update

Das schöne Wetter und der Erfolg in Greifswald haben uns dazu ermutigt, endlich den längst überfälligen Frühjahrsputz nachzuholen und die Seite wieder auf den neusten Stand zu bringen. Außerdem könnt ihr nun in der Rubrik „infos“ kleine Einführungen und weiterführende Informationen zu Themen finden, die wir euch gern ans Herz legen wollen…Wir wünschen allen ein aktionsreichen Sommer!

Kehrt Marsch!

Blockade

Für 500 Teilnehmer_innen hatte die NPD ihren Aufmarsch am vergangenen Sonntag in Greifswald angemeldet. Gerade mal 300 von ihnen haben den Weg in die Hansestadt gefunden. Dafür belohnt wurden sie nicht. Trotz gewaltigen Einschüchterungsversuchen (1 | 2), waren zwischen 4000 und 5000 Menschen am 01. Mai gegen den braunen Spuck auf der Straße. Um die 1500 von ihnen engagierten sich erfolgreich bei den Massenblockaden des Bündnisses „Greifswald Nazifrei“. Immer wieder blockierten die Aktivist_innen des Bündnisses den Aufzug der NPD. Über die Hälfte der Strecke blieb völlig unpassierbar. Auf der Reststrecke mussten die lustlosen Darsteller_innen, zum Teil direkt an der Route, die unüberhörbare Ablehnung wahrnehmen …
Eine ausführlichere Nachbetrachtung könnt ihr hier finden.

Die Pressemitteilung des Bündnisses „Greifswald Nazifrei“ vom 01.05.11