Stadt.Land.Seenplatte.

Ähnlich wie in Rostock haben im Verlauf der letzten zwei Wochen mehrere antifaschistische Aktivist_innen aus Neubrandenburg in Städten und Dörfern westlich der Stadt Flyer der Kampagne „Wake Up – Stand Up“ verteilt.
Im Gegensatz zu Neubrandenburg, wo die NPD erst am 28.07. in der Dämmerung anfing ihre Plakate aufzuhängen, sind sie schon seit fast zwei Wochen auf den Dörfern präsent. Bis auf die NPD, scheint sich keine der zur Landtagswahl antretenen Parteien explizit für den ländlichen Raum zu interessieren. Darum machten sich die Antifaschist_innen, bestückt mit tausenden Flyern und Aufklebern, auf den Weg nach u.a. Alt Rhese, Neuendorf, Lübkow, Penzlin und Siehdichum. Während des Spaziergangs in der Mecklenburgischen Seenplatte und am Rande der Aktion gab es einige Jugendliche, die die Flyer dankend entgegen genommen haben und Unterstützung zusagten.

Die NPD fährt seit Jahren die Strategie „Erst die Dörfer, dann die Städte“. Um diese aufzubrechen und mit dem rechten Populismus der Partei aufzuräumen, wurden Themen-Fyler wie „Die NPD und das Asylrecht“ jedem Haushalt zu gesteckt. Wir sehen insbesondere im ländlichen Raum die Notwendigkeit, sachliche Aufklärungsarbeit zu leisten. Dort, wo die NPD ohne Widerspruch bleibt und das Nichtinteresse der anderen Parteien taktisch ausnutzt, um sich als Kümmererpartei des „kleinen Mannes“ darzustellen, ist es besonders wichtig präsent zu sein und Widerspruch zu zeigen.
Latente Fremdenfeindlichkeit und eine menschenverachtende Gesinnung schüren den Nährboden für gewalttätige Übergriffe, wie sie in Mecklenburg-Vorpommern erschreckender Alltag geworden sind. Die Beispiele der letzten Tage und Wochen untermauern diese These leider erschreckend genau.
Die NPD und deren Gefolgschaft wird es aber höchstwahrscheinlich nicht bei den Plaktatierungsaktionen belassen. Bereits heute ist eine Kundgebung in Greifswald-Schönwalde vom vorbestraftem Michael Grewe angemeldet. Aus den Erfahrungen der letzten Jahre sind ähnliche Aktionen in Neubrandenburg nicht abwegig.

Wir werden nicht still zusehen! Diverse Aktionen wie Vorträge, Infostände und Workshops, Buchlesungen und weitere Spaziergänge werden auch in Neubrandenburg folgen. Wir setzen dem rechten Wahlkampfpopulismus einen kreativen, entschlossen und konsequenten Widerstand entgegen.

Keine Stimme den Nazis – nicht am Stammtisch, nicht im Kreistag und erst recht nicht im Landtag! Kick them out!


1 Antwort auf „Stadt.Land.Seenplatte.“


  1. 1 Durch die vier Tore raus gegen die Nazi-Propaganda | Pingback am 30. Juli 2011 um 21:06 Uhr
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