DS-pressefest in viereck

Wie einer halbseitigen Anzeige in der Juni-Ausgabe der NPD-Zeitung „Deutsche Stimme“ zu entnehmen ist, plant der gleichnamige Verlag, sein alljährliches „Pressefest“ am 10. und 11. August im Raum Pasewalk („im Dreieck Löcknitz, Woldegk Ueckermünde“) stattfinden zu lassen. Neben einem völkischen „Kultur“programm mit Gauklern und Volkstanz, Info- und Verkaufsständen werden auch Neonazi-Liedermacher Frank Rennicke und der britische Nazisänger Ken McLellan (Brutal Attack) angekündigt. Außerdem dabei die Band des Ex-Landser-Sängers Michael Regner, die „Lunikoffverschwörung“ sowie die Rechtsrock-Band des Bargischower Neonazis Daniel Rosa „Wiege des Schicksals“. Die Ankündigung einer Nazi-Kameradschaft aus Weißenfels, dass das Fest wieder in Sachsen stattfinden soll, ist damit wohl hinfällig.


Anzeige zum Pressefest in der „Deutschen Stimme“ (Juni/2012)

Location dürfte zum wiederholten Male das Gelände des Vereins „Sport und Kultur Wiese“ in Viereck in der Nähe von Pasewalk sein. Das Areal mit dem ehemaligen Schweinestall (sic!) fungiert bereits seit mehreren Jahren als „Begegnungszentrum“ für die rechte Szene und Veranstaltungsort für Neonazi-Konzerte. Die Kameradschaft „Jugendbund Pommern“ hat im Ort einen Ableger und ist in der Region äußerst aktiv, die Grenzen zwischen sogenannten Freien Kräften und Partei-Akteuren sind fließend.
Zuletzt wurde im Februar bekannt, dass der Fliesenleger und NPD-Kreistagsabgeordnete Dirk Bahlmann (für den der Holocaust fiktion ist) gemeinsam mit dem Vierecker NPD-Gemeindevertreter Heiko Krähenbrink ein Nazi-Rock-Konzert für 300 Besucher im Schweinestall veranstalten wollte.


nomen est omen: der Schweinestall in Viereck

Bereits seit einigen Jahren versucht die Nazipartei, unter dem Deckmantel eines „Pressefests“ ein rechtes Festival von bundesweiter Relevanz zu etablieren. Zeltplatz, Lagerfeuer, Rechtsrock, völkischem Brimborium gekoppelt mit politischen Vorträgen nationaler und internationaler Neonazi-Prominenz lockten schon in den Jahren 2001 bis 2006 teilweise über 7000 TeilnehmerInnen nach Sachsen, wo das Fest auch in der Neuauflage 2010 und 2011 stattfand. Nun sollen offensichtlich die Bünde zwischen NPD und Kameradschaft auch in Mecklenburg-Vorpommern enger geknüpft und die ausgeprägte Logistik der vorpommerschen Neonazis genutzt werden.