Archiv für Oktober 2012

recherchen haben ergeben…

Der Verfassungsschutzbericht wurde beinahe erschöpfend diskutiert und kommentiert. Doch er ist nicht nur zum Fremdschämen geeignet, sondern ein politischer Skandal.

2011 war das Jahr in dem aufgedeckt wurde, dass Neonazis in Mecklenburg-Vorpommern zwei Banküberfälle zur Finanzierung ihres Lebens im Untergrund begangen haben. Es war das Jahr, in dem die NSU-Mordserie aufgedeckt wurde. Über ein Jahrzehnt währender Terror eines ganzen Neonazinetzwerks, dessen Verbindungen nach Mecklenburg-Vorpommern mehr als wahrscheinlich sind. Eine halbe Seite Platz hat das Pamphlet für die rechten Nazimörder, die am 25. Februar 2004 Mehmet Turgut in Rostock-Toitenwinkel mit drei Schüssen in den Kopf hinrichteten… mehr hielt Google offensichtlich nicht bereit.

Dennoch haben es die Damen und Herren beim Inlandsgeheimdienst für das Kapitel „Linksextremismus“ nicht versäumt, allerhand Blogsport-Aktivisten mit dem Ritterschlag einer Erwähnung in diesem Opus Dei zu adeln, oder den Nietenkaisern von Feine Sahne Fischfilet anderthalb Seiten Promotion zu widmen.

Der Vollständigkeit halber: der bericht. Wer vermeintlich linke Projekte erwähnt findet, darf sie behalten. Wer Belege für mutwillige Falschbehauptungen findet, auch.

PS: das nächste Treffen der Selbsthilfegruppe „Anti-deutsch und in der AONB“ findet diesmal nicht im AJZ, sondern im CDU-Bürgerbüro in der Stargarder Straße statt. Inhaltlich wird es um den aktuellen Stand bezüglich der geplanten dschihadistischen Antifa-Zelle in Neubrandenburg gehen und der gewaltbereite Flügel wird ein paar neue Moves zeigen.

mupinfo: blasewitz schon lange out

Wir kennen Jens Blasewitz. Seit Jahren hält der tollpatschig wirkende Neonazi die NPD-Fahne in Neubrandenburg hoch. Viel bekommt man davon in der Regel jedoch nicht mit. Manchmal wollen die Schläger- und Saufnazis der Stadt mit ihm spielen, manchmal nicht. Auch seit er in der Stadtvertretung sitzt, ist es nicht wirklich lauter um ihn geworden. Ohne Aktion nunmal keine Reaktion. Blasewitz schnarcht Sitzung um Sitzung durch.

Es ist es ein glücklicher Umstand, dass er somit nur den geringsten Teil der Neubrandenburger Bevölkerung erreicht – für viele dürfte er auch nach Jahren des politischen Gestrampels noch immer ein Unbekannter sein. Doch trotz allem: Er und seine Partei sind überzeugt, dass das „Deutsche Volk“ anderen überlegen ist und schon ganz ganz bald ausstirbt (ehrlich!). Seine Partei fordert die Todesstrafe für psychisch kranke Triebtäter und die Abschiebung von hilfesuchenden Flüchtlingen, die sie als kriminell verurteilt. Dafür geht Jens Blasewitz auf die Straße, krächzt Reden bei Aufmärschen, lässt sich wählen, tritt an die Öffentlichkeit, ist in der Neonazi-Szene gut vernetzt.

Doch anders als es Blasewitz‘ Ideologie vielleicht vorgibt, sieht man Menschen jedoch nicht an, welche kognitiven und sozialen (In)Kompetenzen sie besitzen. Der Familienvater vom Lindenberg, geht mit Frau und Kind spazieren, geht feiern, geht einkaufen und zum Arzt, fährt mit seinem Skoda durch die Stadt – er führt ein ganz normales Leben, ungestört und nicht konfrontiert mit dem Widerstand, der seiner menschenverachtenden Haltung gebührt.

Genau diese Normalität zu durchbrechen, Nazis aus ihrer heilen Welt zu holen und vor allem ihr Umfeld zu informieren, ist der Sinn von Outings. Manchmal werden dabei Personen ans Tageslicht geführt, die bisher politisch noch nicht in Erscheinung getreten sind – die Veröffentlichung ihrer Aktivitäten ist in der Regel ein einschneidender Schritt, da sich weitergehende Konsequenzen für ihre Biographie abzeichnen können, wie bei Nadja Drygalla und ihrem Partner Michael Fischer.
Manchmal jedoch können Outings Menschen betreffen, die zwar als Aktivisten bekannt sind, sich aber gesellschaftlich eingerichtet haben. Ein Outing, oder eine Flyer-Aktion sorgt dann vor allem auch für den nötigen Druck auf die Menschen, Nachbarn und Freunde, die Neonazis in ihrer Gesellschaft dulden.

Die Gruppe „Step Forward“ hat in einem etwas holprigen Text die Bürger auf dem Lindenberg über ihren langjährigen Nachbarn informiert:

Am 7. Juni 2009 haben die Neubrandenburger zur Kommunalwahl einen Neonazi und Rassisten als Volksvertreter gewählt. Damit sitzt nun der erster bekennender Nazi im Neubrandenburger Stadtparlament und darf das Geschehen in unserer Gemeinde mitgestalten. Die Rede ist vom NPDler Jens Blasewitz, der auf dem Lindenberg in der Kirschenallee wohnt.

Seine politische Laufbahn begann der 38 Jährige in der autonomen Kameradschaftsszene in der er Kontakte zu gewaltbereiten Neonazis aus der Region pflegen konnte. So war er einer der führenden Köpfe der „MAF“, der Mecklenburgischen Aktionsfront, die aufgrund von Geschichtsrevisionismus und Verherrlichung des Nationalsozialismus bereits 2009 verboten wurde.
Ganz nach Vorbild der NPD Spitze verschob sich das Aktionsfeld des ehemaligen Kameraden in die bürgerliche Öffentlichkeit. Blasewitzs Aktivitäten bei Demonstrationen bei dennen er häufig als Ordner oder Redner auftritt, sind ein Beleg dafür. Ebenso wie die vermehrten Kundgebungen in der Mecklenburgischen Seenplatte Anfang 2012. Gemeinsam mit dem verurteilten Nazigewalttäter Michael Grewe, auch als der Schläger von Pölchow bekannt, meldete er in diesem Jahr die 1. Mai Demonstration der NPD in Neubrandenburg an. Unter dem rassistischen Motto „Leben und arbeiten in der Heimat“ lockte er an die 300 Neonazis aus ganz Mecklenburg Vorpommern in die Stadt.

Im Stadtparlament beteiligt sich Blasewitz kaum am geschehen, nicht an Ideenfindung und Problemlösungen die, die Stadt betreffen oder an sonstigem. Sein Mandat gebraucht er allenfalls um seinen braunen Unsinn und Propaganda zu verbreiten, wobei er die Stadtvertretung als Bühne nutzt. Wenn überhaupt beschränkt sich seine politische „Arbeit“ die er für die Bürger Neubrandenburgs verrichtet auf Störungen und Behinderungen der übrigen Abgeordneten.

Doch warum dieser Text wenn Jens Blasewitz so angepasst und bieder daher kommt?Wenn stören schon ein paar Kundgebungen und die Abgeordneten wissen schon mit ihm umzugehen, mag man sich denken…
Weil es gefährlich ist sein eingeschränktest Aktionsfeld durch Unfähigkeit zu erklären oder als harmlos abzutun. Denn er möchte nicht an der Demokratie mitwirken, sondern sie zerstören. Allein kann er im Parlament nichts verändern, aber Blasewitz pflegt weiterhin gute Kontakte zu gewalttätigen Neonazis. Sein wissen und die finanziellen mittel die Blasewitz durch seine Arbeit im Parlament erhält, nutzen er und die NPD um damit die „Kameraden“ auf der Straße zu unterstützen. Während die NPD noch bieder versucht den netten Nazi von Nebenan zu mimen, um ja nicht aufzufallen, werden diese vom Hass auf alles was in ihren Augen fremd ist angetrieben und schlagen immer wieder zu.

Ein Menschenverachtendes Weltbild wie es Jens Blasewitz vertritt ist inakzeptabel und kann nicht geduldet werden.

Nazis aus der Deckung holen… auf der Straße, im Parlament,überall!!!

Die Redaktion des Neonazi-Blogs „MUPinfo“ hat dieser Flugblatt-Aktion der (offensichtlich neuen) Antifa-Gruppe aus Neubrandenburg einen eigenen, belehrenden Artikel (*anonymisierter Link) gewidmet. Ihre hämische Analyse hat ergeben, dass der Text wenig Neuigkeiten enthält… … ja, ähm… wie soll sie auch zu anderen Schlüssen kommen? Als eine Bewegung, die stillsteht und deren seit Jahren gleiche Anhängerschaft nur Hass produziert und ausschließlich bemüht ist, Aktionsformen des politischen Gegners zu adaptieren, bleibt eben so die ein oder andere Reflexion auf der Strecke, der Propaganda zu Liebe.

Auch für uns ist es keine neue Erkenntnis, dass Jens Blasewitz jeder Nazi ein Scheißtyp ist. Und doch ist es notwendig, Namen zu nennen, in ihren Nahbereich einzudringen und den Druck zu erhöhen.

Das war ein erster Schritt – step by step… forward. Nazis auf die Pelle rücken.

Antifa-Demo gegen NPD und JN

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Mobiveranstaltungen:

07.10.2012 – Lübeck – 16 Uhr Café Brazil
11.10.2012 – Greifswald – 19.30 Uhr IKUWO
15.10.2012 – Rostock – 19 Uhr Café Median
16.10.2012 – Schwerin – 19 Uhr Komplex