Archiv der Kategorie 'aktion'

m-v ist alternativ!

Etwa 200 Jugendliche demonstrierten heute gut gelaunt und bei bestem Wetter in Burg Stargard für eine bunte, weltoffene und friedliche Gesellschaft. Getreu dem Motto „Reclaim the Streets“ ging es mit Musik und zahlreichen witzigen Aktionen vom Bahnhof einmal quer durch das mecklenburgische Städtchen und zurück. Die meisten der jungen Menschen waren vom derzeit in Lärz stattfindenden AjuCa angereist, um in der „Stadt der Rosen“ für alternative Jugendkultur zu werben.

Viele der Passanten zeigten sich erfreut von der Anwesenheit der linken Demonstrant_innen und nahmen bereitwillig Infomaterial entgegen. Burg Stargard sowie das Stargarder Land sind, mit Wahlergebnissen von über 10% für die NPD, rechte Hochburgen in der Region um Neubrandenburg. Weite Teile der örtlichen Jugendszene werden seit Jahren vom ehemaligen Stadtvertreter und aktiven Neonazi Norman Runge dominiert und indoktriniert, Naziaufkleber und -parolen prägen das Stadtbild… ein trauriges Beispiel für fremdenfeindlichen Alltag in der mecklenburgischen Provinz – so dauerte es auch heute nicht lange, bis es am Rande des Demonstrationszuges zu Provokationen kam: ein angedeuteter Hitlergruß aus dem Fenster, geballte Fäuste von einer die Demo passierenden Nazi-Treckerfahrt und Runge persönlich, der aus dem Auto heraus die Demonstration fotografieren wollte.
Doch der Zug ließ sich nicht beirren, blieb kräftig und laut und befreite Burg Stargard von Nazischmierereien und -aufklebern.

Die Polizei – anfangs ziemlich nervös und überfordert – rückte zwar mit allerhand Fahrzeugen samt Personal an, blieb aber bis zum Ende ruhig und freundlich.

Nazis heimsuchen! Gegen den rechten Normalzustand!




von alten und neuen helden

Jedes Jahr am 20. Juli ehren Offizielle von Regierung und Militär den Mordanschlag der Nazi-Offiziersclique um Claus Schenk Graf von Stauffenberg auf Adolf Hitler 1944. Zwar spricht nichts dafür, dass es Stauffenberg darum ging, den rassistischen, mörderischen Nationalsozialismus zu beseitigen, doch offenbar qualifiziert die bloße Absicht, Hitler töten zu wollen zum demokratischen, toleranten Menschen. Und da es offenbar an bürgerlichen, gut-deutschen Helden mangelt, sieht man es nicht so genau mit den historischen Tatsachen. Eifrig wird am Mythos Stauffenberg als eine Art demokratischen Urtyps gearbeitet. Der versuchte Tyrannenmord wird ohne wenn und aber zur einzigen vorbildlichen Heldentat stilisiert.

Für die Bundeswehr ein gefundenes Fressen, wieder militärische Tugenden in die Gesellschaft zu tragen. Ruhm, Ehre, Tapferkeit und Heldenmut finden sich auf Abzeichen, Urkunden und auch bald auf Denkmälern. Das „Öffentliche“ (sic!) Gelöbnis vor dem Reichstag ist bereits etabliert.

Wie andere Gruppen zuvor, haben sich auch in Neubrandenburg erneut Menschen zusammen gefunden, die so ihre Zweifel an der Aufrichtigkeit der vielen Bürger_innen in Uniform haben, die zum Morden ausgebildet, dafür bezahlt und geehrt werden. Wiederholt wurde darum der Gedenkstein für die Panzergrenadierdivision „Hanse“ verschönert:

Die Militarisierung der Gesellschaft kann von uns nicht hingenommen werden. Wir stellen uns gegen die Verharmlosung von einer „weltweit agierende Interventionsarmee’’. Das Gerede von den „humanitären oder friedenschaffenden Einsätzen“ täuscht nicht darüber hinweg, dass in der Bundeswehr das Mordhandwerk gelehrt und gelernt wird, um Krieg gegen andere Länder zu führen. Genauso wenig ist die Bundeswehr dazu da, „das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen“ – im Gegenteil: Mit dem geplanten Bundeswehreinsatz im Inneren sollen in Zukunft die Streitkräfte gegen die Bevölkerung eingesetzt werden können, gegen Massenproteste und Streiks. Nicht zu Verteidigung, sondern zur Unterdrückung von Freiheitsrechten.

den ganzen Text gibt’s bei Indymedia

Keinen Frieden mit der Bundeswehr!
Soldaten sind Mörder, keine Helden!

30.05. – Mach den Scheiß aus!

Am 30. Mai soll im Raum Rostock ein Konzert der Band Kategorie C stattfinden. Mit – zum Teil vorbestraften – Neonazis an den Instrumenten stellt die Band einen Anziehungspunkt für rechtsoffene Jugendliche dar. In der Öffentlichkeit präsentiert sich KC stets als unpolitisch. Wir hingegen sagen: Wer Konzertkarten über rechte Szeneläden wie den “Dickkoepp“ vertreibt und für verurteilte Rechtsterroristen wie Michael Regner Konzerte gibt, geht nicht als unpolitisch durch!

Die Organisation des Konzertes durch Rostocker Neonazis zum dritten Mal in Folge ist ein Paradebeispiel für die Melange aus reaktionären Hooligans und rechten Schlägern, aus der sich die Anhängerschaft der Band zusammensetzt. Wir haben keinen Bock, dass Musik von Neonazis für Neonazis durch Rostock oder über die Äcker rund um Rostock schallt. Die Etablierung rechter Jugendkultur als Einstiegsmöglichkeit zukünftiger Aktivist_innen ist unter keinen Umständen zu tolerieren.

Um deutlich zu machen, dass wir Bands wie Kategorie C, ortsansässige Neonazis und Naziläden wie den „Dickkoepp“ scheiße finden, wollen wir am 30. Mai auf die Straße gehen und klar sagen: „Mach den Scheiß aus!“

Am kommenden Mittwoch veranstalten der Infoladen „…STUNK“ und die Antifaschistische Jugendinitiative im AJZ eine Infoveranstaltung über KC und die geplante Antifademo in Rostock.
Mehr Infos zur Demo erfahrt ihr dort oder auf der Demo-Seite.

01.05. – zusammenfassung

Auf Indymedia könnt ihr einen Bericht über die verschiedenen Verkommnisse am 01. Mai in Neubrandenburg lesen.

Im Verlauf der nächsten Tage werdet ihr hier noch eine ausführliche Analyse von uns über der Geschehnisse am Freitag finden können.

wegen nazis?

hier nochmal für alle… die NPD berichtet auf ihrer Internetseite, die für morgen angekündigte Demonstration abgesagt zu haben. Somit vorerst:

KEIN NAZIAUFMARSCH IN NEUBRANDENBURG!

… dennoch kein Grund zur Entwarnung. Es ist davon auszugehen, dass die Nazis landesweit versuchen werden, friedliche 1.-Mai-Aktionen von Parteien und Gewerkschaften zu unterwandern, um dort ihre menschenverachtende nationalistische Hetze unter die Leute zu bringen. Darum schaut genau hin, was um euch herum passiert und seid flexibel.
Auch wenn die NPD den Schwanz eingezogen hat, so wird sie dennoch versuchen, morgen medienwirksam aufzutreten. Eine Demonstration ist nichts weiter als ein Medienereignis zur Selbstdarstellung. Mit der Absage der Demo verschwindet nicht das Ausgangsproblem. Die sozialen Verschärfungen, die prekären Lebensbedingungen, der alltägliche Faschismus sind allesamt Produkte und zugleich Teile des kapitalistischen Systems.

Kapitalismus ist Krise, Kapitalismus ist Krieg! Für die Soziale Revolution!
Darum… morgen auf die Straße, raus zum antifaschistischen 1. Mai! 9 Uhr, Bahnhof Neubrandenburg!
Infotelefon und EA sind weiter geschaltet…

wir wollen sicher leben…

…ohne Nazis!
ein kleines Schmankerl von der Neubrandenburger Polizei

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Das wahrscheinlich finale Update zur geplanten Nazidemo am morgigen Freitag:

Mittlerweile steht fest: der Naziaufmarsch soll um 13 Uhr Ecke Ihlenfelder-/Johannesstraße beginnen. Die Polizei erhofft sich dadurch eine zeitliche und räumliche Trennung beider Aufmärsche, indem sie Proteste westlich der Demminer Straße und möglichst früh zur Arche N an den Reitbahnsee schicken möchte. Polizeichef Dachner hat angekündigt, keinen Widerstand gegen die Demo dulden zu wollen. Polizei und Presse versuchen, praktisch handelnde Antifaschist_innen schon im Vorfeld als Krawallmacher zu kriminalisieren und zu marginalisieren.

Seit einigen Tagen schon fahren vermehrt Streifen (Landes- und Bundespolizei – auch in zivil!) durch das Aufmarschgebiet und beobachten das Geschehen – also passt auf euch auf.

Die genaue Route geht von der Johannesstraße über die Beseritzer Straße, Ravensburgstraße, Stavener Straße, Burgholzstraße, Cölpiner Straße, Burgholzstraße, Ihlenfelder Straße, Prenzlauer Straße, Prenzlauer Platz, Neuenkirchener Straße, Ravensburgstraße, Beseritzer Straße zurück zur Johannesstraße. Man läuft also ein paar Schleifen, um auch noch die letzte Omi im Viertel aus dem Mittagsschlaf zu brüllen. Unklar ist noch immer, wie die Nazis zum Kundgebungsort kommen sollen. Neben der Anreise mit Autos und/oder Bussen ist wohl am wahrscheinlichsten, dass die Polizei sie aus den Zügen vom Bahnhof über die Fußgängerbrücke an den Gleisen entlang bis zur Johnannesstraße eskortieren wird, es ist also mit massiver Polizeipräsenz auch im Umfeld der DGB-Demo zu rechnen – auch wenn die Polizei bekannt gegeben hat, wegen der zahlreichen Einsätze im gesamten Bundesgebiet mit „nur“ 700 Beamt_innen aufzumarschieren. Interessant ist diese Rede von der notgedrungenen Reduzierung gegenüber dem Vorjahr (1000 Beamt_innen), wenn man bedenkt dass vor zwei Jahren etwa 500 Beamt_innen im Einsatz waren.

Heute, Donnerstag, den 30. April, findet im AJZ in der Seestraße um 20 Uhr ein abschließendes Plenum statt, um alle auf den neuesten Stand zu bringen und ein gemeinsames Vorgehen zu verabreden – Bullen, Nazis und andere faschistoide Spinner sind unerwünscht.

Das Infotelefon ist ab heute 19 Uhr unter folgender Nummer zu erreichen:
0178/2377241

Der EA ist am Demotag unter folgender Nummer zu erreichen:
0163/1313998

Über Twitter könnt ihr unter twitter.com/1mai die Ereignisse verfolgen. Eine Anleitung für Twitter-Neulinge findet ihr hinter diesem Link. Lediglich der Benutzername hat sich geändert statt 7juninb lautet er jetzt 1mai. ABER: Der SMS-Service für Handynummern aus Europa wurde vor einiger Zeit durch Twitter deaktiviert, aus Kostengründen. Benutzt also bitte das Infotelefon für aktuelle Nachrichten über Handy.


1. Mai 2009 Neubrandenburg auf einer größeren Karte anzeigen

Reist nicht allein, zieht euch wetterfeste Kleidung an, trinkt euer Bier erst am Abend.

Schluss mit dem Firlefanz – 1. Mai zum Desaster machen!

PS: die Nazi-Demo in Hannover ist in zweiter Instanz verboten worden, es ist davon auszugehen, dass ein beachtlicher Teil der Nazis auf Neubrandenburg ausweichen wird.

geht los!

Offizieller Flyer:
vorn

Plakate:
könnt ihr bei uns per E-Mail ( aonb[at]systemausfall.org ) anfragen, wir schicken sie euch/eurer Gruppe dann zu. Die Poster kommen in diesem Jahr vom AJZhier angucken.

Twitter:
unter http://twitter.com/1mai versorgen wir euch ab sofort mit den neuesten Informationen.

Infotelefon/EA:
werden zeitnah zur Demo geschaltet. Nummern werden hier und via Twitter bekannt gegeben.

Karte (immer aktuell):
Die momentan verbotene Demoroute der Nazis in braun – Treffpunkt ist wieder am „Prellbock“ hinterm Bahnhof – ab 10 Uhr. Die Demo des DGB (gelb) trifft sich ebenfalls um 10 Uhr, jedoch vor dem Bahnhof. Die traditionelle 1.-Mai-Demo von Vereinen, Verbänden und Parteien (blau) beginnt 9 Uhr vor dem Rathaus am Ring und bewegt sich ab 10 Uhr in Richtung Reitbahnviertel.

Aufruf:
siehe nach dem Klick!

Unterstützer_innen:
Antifa A3
LI*MO
Antifa Wismar
Antifa Greifswald
Antifa Demmin
Feine Sahne Fischfilet
Antifa Nordwestmecklenburg

schickt uns eine E-Mail, wenn ihr in die Unterstützer_innen liste aufgenommen werden möchtet.