Archiv der Kategorie 'naziladen '

// schier unmöglich

Immer wieder für eine Überraschung gut: Klaus Schier – Stadtabgeordneter in Neubrandenburg für die Wählergemeinschaft „Allgemeine Unzufriedenheit“.

Doch diesmal ging er mit seinen populistischen Äußerungen eindeutig zu weit. In einer Antwort (hier) auf einen Artikel des Nordkurier bezüglich der Schließung des Naziladens „Most Wanted“ in der Pfaffenstraße bezeichnete er die antifaschistische Arbeit gegen den Laden und dessen Inventar als „wenig hilfreich“ und diskreditiert die Aufklärung über die Nazi-Marke Thor Steinar als Kriminalisierung.

Hier wird sehr deutlich, wie wichtig die Initiative gegen den neuen Nazi-Chic ist, wenn ein „demokratischer“ Stadtabgeordneter derartige Bildungslücken aufweist.
Die Marke Thor Steinar ist trotz ihrer modisch-bürgerlichen Fassade ein eindeutiges Bekenntnis zur rechten Szene. Denn im Gegensatz zu früheren Dress-Codes a la „Lonsdale“ oder „Fred Perry“ handelt es sich bei Thor Steinar um eine originär rechte Kleidungsmarke, die ganz bewusst mit Nazi-Symbolik kokketiert. Der Bezug der Kleidung erfolgt nur durch den eigenen Versandhandel oder eben einschlägige Geschäfte. Somit ist jeder Träger eines TS-Shirts oder -Pullovers ein Unterstützer und Sympathisant der Neonazi-Szene. Das ist keine Kriminalisierung sondern eine Tatsache.

Wir bieten Herrn Schier an, sein gefährliches Halbwissen aufzuarbeiten und mit Infomaterialien seine offensichtlichen Wissensdefizite zu beseitigen – er möge uns kontaktieren.
So allgemein die Unzufriedenheit auch sein mag, so müsste man bei aller Pöbelei genauer hinsehen, wofür und wogegen mensch agiert. Dann hätte her Schier die „Energien“ gegen Naziläden vielleicht verstanden. Ansonsten gilt: wenn man keine Ahnung hat,…

Nazikleidung stinkt!

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Infoseite „Stop Thor Steinar“
Reaktion des Nordkurier (04.08.2007)

// neues aus der pfaffenstraße

Seit gut zwei Wochen ist am Eingang des (geplanten) rechten Szeneshops „Most Wanted“ in der Pfaffenstraße eine Notiz angebracht, die eine Neuvermietung des Geschäftsraumes ab dem 1. August 2007 ausweist. Wir beobachten diesen Rückzug mit Skepsis. Mensch darf zu Recht vermuten, dass sich die Bandidos woanders ein neues Domizil suchen werden – in einer preisgünstigeren Gegend, mit einem besser gesonnenen Umfeld.

Wir fordern deshalb alle wachsamen Bürger_innen und Unterstützer_innen auf, genau hinzusehen und uns Hinweise jeder Art zukommen zu lassen – die Adresse(n) findet ihr unter Kontakt.

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das sagt der nordkurier

// most wanted nachtrag

Hier mal eine kleine Übersicht, bisherige Aktionen gegen den Nazi-Rocker-Laden in der Pfaffenstraße betreffend.

Offenbar gab es unmittelbar nachdem die Existenz des Ladens bekannt wurde Gespräche mit der Vermieterin C. Fuhrmann, um sie über ihre neuen Mieter aufzuklären – sie äußerte sich überrascht und empört. Sie wolle die Möglichkeit einer Kündigung des Mietverhältnisses überprüfen, da sie natürlich um ihren Ruf und um den ihres angrenzenden Cafés bemüht ist.

Nachdem sich der eher unscheinbare Laden sich etwas rumgesprochen hatte kam es zu Schäden an den Scheiben des Geschäftes. Die Angst vor Gegner_innen war dann vermutlich auch der Beweggrund für die Betreiber, die Kleidung, die sich im Geschäft befand, am Pfingstwochenende zu evakuieren. In diesem Zeitraum kam es zu Anschlägen auf die Scheiben des AJZ in der Seestraße, die wohl dem Milieu des Most Wanted Ladens zugeordnet werden können. Hier zeigt sich bereits, welche kriminellen Energien hinter der Fassade eines Bekleidungsgeschäftest stecken. Eskalationen dieser Gewalt haben nicht nur in Wismar erschreckende Dimensionen angenommen.

In Folge sah es dennoch so aus, als ob die Bandidos die Segel gestrichen hätten – lange zeit geschah nichts. Doch am 12. Juni, nachdem die Scheiben ausgewechselt und von innen zusätzlich gesichert waren, begannen drei Personen in aller Öffentlichkeit und Ruhe, ihre Aufkleber wieder am Laden anzubringen. Es handelte drei Männer, zwischen 20 und 30 Jahren alt, die eher dem Neonazi- als dem klassischen Biker-Klischee entsprechen. Der Laden ist jetzt wieder mit Ware bestückt und steht unter regelmäßiger Beobachtung.
Wir werden das Etablieren einer organisierten rechten Szene in Neubrandenburg nicht dulden!

zwei nasen an der scheibe

innenansicht

vor der entglasung

// naziladen pfaffenstr.

Nun ist es soweit. Auch in Neubrandenburg hat Ende April ein Geschäft eröffnet, das eindeutig dem rechtsextremen Spektrum zuzuordnen ist.
Betreiber des Ladens „Most Wanted“ in der Pfaffenstraße ist der Biker-Club Bandidos. Beim Bandidos MC handelt es sich um eine Gruppe gewaltbereiter Motorradfahrer, die durch ihren Bandenkrieg mit den Hell’s Angels traurige Bekanntheit erlangt hat. Wie unter Bikern nicht unüblich, so sind auch die Strukturen der Bandidos mit der militanten Neonazi-Szene verknüpft.

Offensichtlich wird die Verbindung in Neonazi-Kreise erst auf den zweiten Blick. Die Bandidos vertreiben in ihrem „Geschäft“ das Nazi-Designer-Label „Thor Steinar“. Bei dieser Marke handelt es sich um Kleidung von Nazis für Nazis. Germanisch-heidnische Symboliken und nordische Mythologie weisen teils implizit, teils erschreckend deutlich auf antisemitische, nationalsozialistische Ideologien hin. Dabei ist die Kleidung derartig durchgestylt dass sie nicht immer sofort zu entlarven ist. Nazi-Codes werden dadurch gesellschaftsfähig gemacht und in Schulen, am Arbeitsplatz oder in aller Öffentlichkeit verbreitet

Durch die zentrale Lage und die Nähe zu einem vom Bikerclub Gremium betriebenen Tattoo-Studio, befindet sich nun mitten in der Innenstadt ein Ausgangspunkt rechter Propaganda und Gewalt. Die Rivalität der Biker-Banden zum einen, aber auch der Versuch, rechte Strukturen im bekanntermaßen alternativ geprägten Neubrandenburg zu etablieren stehen im Einklang mit der von NPD und Kameradschaften betriebenen Politik, Neubrandenburgs Jugend für sich zu gewinnen und das Stadtbild zu prägen.

Vermieterin des Objektes ist die Inhaberin der Bäckerei Fuhrmann, Christa Fuhrmann, die mit ihrem Café im Reuterhaus zahlreiche Tourist_innen in den Einzugsbereich des Nazi-Ladens lockt – die Rufschädigung für die Stadt ist verhehrend.

Wir fordern die Vermieterin auf, das Mietverhältnis zu beenden und die Verbreitung von Nazi-Bekleidung in Neubrandenburg einzudämmen.
Wir fordern die Anwohner_innen auf, den Laden kritisch zu beobachten und Freunde, Bekannte, Verwandte über das Geschehen aufzuklären, Straftaten im Zusammenhang mit dem Geschäft zur Anzeige zu bringen und ihren Unmut bei der Stadt zu bekunden.

Zeigen wir deutlich und lautstark unser Interesse an einer friedlichen Innenstadt-Umgebung – ohne Gewalt und Fremdenhass. Nazinetzwerke in Neubrandenburg lahmlegen, Most Wanted schließen!

Für weitere Fragen oder Hinweise sind wir jederzeit offen und dankbar.

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altes und neues Thor Steinar Logo

Das alte, verbotene Logo der Nazi-Marke Thor Steinar zeigt eine „Sig“-Rune oder „Wolfsangel“ in Kombination mit der „Tyr“-Rune (links). Alles Symbole der SS und SA zu Zeiten des Nationalsozialismus. Rechts das neue Logo, die Gebo-Rune (Bedeutung: Gabe).

[w] weitere Infos über Thor Steinar gibt es hier